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Kritik könnte Karriere kosten: Deutscher Olympia-Teilnehmer vom Verband mit Startverbot belegt!

Von Jordan Raza

Berlin – Während der Olympischen Winterspiele übte Eisschnellläufer Fridtjof Petzold (28) deutliche Kritik an seinem Verband. Diese Äußerungen haben für den deutschen Sportler ernste Konsequenzen, möglicherweise steht seine Karriere auf dem Spiel.

Das Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat gegen den 28-Jährigen ein vorläufiges Wettkampfverbot ausgesprochen und ihn mit sofortiger Wirkung aus dem Bundeskader gestrichen.

Wie DESG-Vizepräsident Christoph Zepernick auf Nachfrage der dpa mitteilte, gelten diese Maßnahmen bis zur endgültigen Entscheidung des Disziplinarbeirats.

Bis dahin ist es Petzold, der besonders auf den Langstrecken über 5000 und 10.000 Meter aktiv ist, untersagt, für Wettkämpfe nominiert zu werden. Dadurch droht ihm, die Mehrkampf-Weltmeisterschaft am 7. und 8. März in den Niederlanden zu verpassen. Die Einberufung des Disziplinarbeirats liegt in der Verantwortung von Verbandspräsident Matthias Große (58).

Nach seinem letzten Olympia-Einsatz hatte Petzold bemängelt, dass die DESG strukturelle Probleme habe und die Betreuung in Mailand nicht seinen Erwartungen entsprochen habe. Diese Vorwürfe wiesen sowohl Sportdirektorin Nadine Seidenglanz als auch Präsident Große entschieden zurück.

„Dann tritt jemand auf, der keine Leistung zeigt, sich nicht an Regeln hält, stellt sich vor die Kamera und kritisiert lautstark“, erklärte der DESG-Präsident am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Aus seiner Sicht habe Petzold gegen die Verbandsregeln verstoßen. „Kritische Äußerungen kann er machen, aber nur intern, nicht in der Öffentlichkeit“, betonte der 58-Jährige. Seidenglanz sprach von einem „Verstoß gegen die Kaderkriterien“.

Der Verein „Athleten Deutschland“ zeigte sich empört über das Vorgehen der DESG. „Sportlerinnen und Sportler müssen ohne Angst vor Konsequenzen offen Kritik an ihrem Verband üben können, besonders wenn interne Beschwerdemechanismen nicht funktionieren oder Interessenkonflikte bestehen“, hieß es.

Der gemeinnützige Verband äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Fairness gegenüber Petzold, da die Disziplinarkommission der DESG mit Personen besetzt sei, „die selbst Gegenstand der Kritik von Fridtjof Petzold sind“. Man fordere vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ein stärkeres Engagement zum Schutz der Athletinnen und Athleten.