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Olympia 2026: Diese Athleten vertreten Sachsen in Mailand und Cortina

Dresden/Chemnitz/Leipzig – Vom 6. bis 22. Februar finden die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina statt. Zahlreiche Sportler aus Sachsen werden ebenfalls nach Italien reisen. Für manche bedeutet dies die Jagd nach dem großen Erfolg, für andere sind es die letzten Wettkämpfe ihrer Karriere, und wiederum andere feiern ihr Debüt bei den Olympischen Spielen.

Wir bieten Euch einen Überblick über die Frauen und Männer, die die sächsischen Farben bei den Spielen vertreten werden.

Justus Strelow

Geboren am: 30. Dezember 1996 (29 Jahre)

Verein: SG Stahl Schmiedeberg

Heimat: Hermsdorf

Wohnort: Erfurt, Trainingsort Oberhof

Disziplin: Biathlon

Zur Person: Bereits am 8. Februar hat Strelow in der Mixed-Staffel die Chance auf eine Medaille. Bei der WM 2025 wurde er Dritter. Da nur vier Skijäger die vollständigen Olympia-Normen erfüllen, erwartet er Einsätze in allen Disziplinen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Medaille liegt bei etwa 90 Prozent, da das Männerteam in der Staffel sehr gute Chancen hat.

Privat ist er mit Elli verheiratet und seit Sommer gemeinsam Vater eines Sohnes. Zur Motivation trägt er am Gewehr seinen Verlobungsring als Glücksbringer, den er von seiner Frau bekommen hat.

Francesco Friedrich

Geboren am: 2. Mai 1990 (35 Jahre)

Verein: BSC Sachsen Oberbärenburg

Heimat: Pirna

Wohnort: Pirna

Disziplin: Bob

Zur Person: Seinen ersten WM-Titel sicherte er sich 2013 in St. Moritz im Zweierbob. Seitdem sammelt er fast ununterbrochen Siege bei internationalen Titelkämpfen. Ein Rückschlag war Olympia 2014, bei dem er trotz Favoritenstatus nur Platz sechs im Zweier und acht im Vierer erreichte. Diese Niederlagen und die enttäuschten Trainer sind sein Antrieb gewesen. Seitdem gewann Friedrich viermal Gold bei Olympischen Spielen und 16 WM-Titel.

Der Polizeihauptmeister der Bundespolizei ist privat ein Fan schneller Autos und fährt gern im BMW M4 ebenso wie im Sommer auf dem Rennrad. Mit seiner Frau Magdalena hat er zwei Söhne, Karl und Hannes. Seine Prognose: Gold-Medaillen sowohl im Zweier- als auch im Viererbob.

Felix Straub

Geboren am: 14. Mai 1997 (28 Jahre)

Verein: SC DHfK Leipzig

Heimat: Dietenhofen

Wohnort: Leipzig

Disziplin: Bob

Als Leichtathlet feierte er 2019 mit dem SC DHfK einen bedeutenden Erfolg: den Gewinn der Deutschen Meisterschaft über 4 × 100 Meter in der Staffel. 2021 wurde er mit der Nationalmannschaft Weltmeister im 4 × 200 Meter Staffellauf, einer nichtolympischen Disziplin. In der Saison 2022/23 wechselte er in das Bob-Team von Friedrich und ist als Anschieber im Vierer aktiv. Das Resultat: WM-Gold 2024 und 2025.

Beruflich ist er Industriemechaniker und inzwischen Polizeimeister bei der Polizei Sachsen. Seine Medaillen-Vorhersage für die Spiele: Gold im Viererbob.

Jörn Wenzel

Geboren am: 13. August 2004 (21 Jahre)

Verein: BSC Oberbärenburg

Heimat: Altenberg

Wohnort: Potsdam

Disziplin: Bob

Der aus Altenberg stammende Wenzel begann als Skeleton-Pilot und war Mountainbiker, bevor er sich als Anschieber im Bob-Team etablierte. Zurzeit unterstützt er den Viererbob von Johannes Lochner aus Berchtesgaden.

Seine Medaillenchance: Silber im Viererbob.

Josie Hofmann

Geboren am: 10. Dezember 1996 (29 Jahre)

Verein: Crimmitschauer Polizeisportverein

Heimat: Gera

Wohnort: Berlin

Disziplin: Eisschnelllauf

Ihr größter Erfolg war die Silbermedaille in der Teamverfolgung bei der EM 2024. Bei der WM 2025 verpasste das Team nur knapp eine Medaille. Hofmann tritt nicht nur in der Teamverfolgung an, sondern auch über 3000 Meter und im Massenstart. Sie ist zudem Weltmeisterin im Inline-Speedskating.

Neben dem Sport studiert sie im Fernstudium und widmet sich kreativem Handarbeiten. Die Chancen auf eine olympische Medaille sind allein gering, aber in der Teamverfolgung könnte eine Überraschung gelingen.

Josephine Schlörb

Geboren am: 22. November 2003 (22 Jahre)

Verein: EV Dresden

Heimat: Dresden

Wohnort: Dresden

Disziplin: Eisschnelllauf

Auch Schlörb war Teil des Silber-Teams bei der EM 2024, was ihr bisher größter Erfolg im Eisschnelllauf ist. Sie startet wie Hofmann über 3000 Meter und im Massenstart.

Offiziell darf sie bei den Spielen keine Schuhe mit politischen Botschaften tragen, was etwa die Statements „Hass ist keine Meinung“ oder „Diskriminierung ist ein Verbrechen“ betrifft. Die Medaillenchancen im Team sind gegeben.

Lea Sophie Scholz

Geboren am: 16. Mai 1999 (26 Jahre)

Verein: TSV Vorwärts Mylau

Heimat: Berlin

Wohnort: Berlin

Disziplin: Eisschnelllauf

Die dritte im Bunde des EM-Silber-Teams 2024 hat wie ihre Teamkolleginnen Außenseiterchancen auf eine olympische Medaille in der Teamverfolgung. Für diesen Traum starteten die deutschen Eisschnellläuferinnen eine Crowdfunding-Kampagne, um bessere Trainings- und Reisemöglichkeiten zu ermöglichen.

Die Sportsoldatin bestreitet mit Teamverfolgung, Massenstart sowie 1500 und 1000 Metern die meisten Wettkämpfe im Nationalteam. In ihrer Freizeit reitet sie gerne oder liest.

Fridtjof Petzold

Geboren am: 9. April 1997 (28 Jahre)

Verein: Crimmitschauer Polizeisportverein

Heimat: Werdau

Wohnort: Erfurt

Disziplin: Eisschnelllauf

Der Sportsoldat konnte im Weltcup bisher einmal aufs Podest steigen, als er vor etwa einem Jahr im Massenstart Zweiter wurde. In dieser Disziplin wird er auch bei den Olympischen Spielen antreten. Zudem startet er in der Teamverfolgung und über 5000 Meter.

Privat ist er sehr aktiv, liebt Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren und Wandern und betreibt leidenschaftlich Geocaching. Für ihn wäre ein Platz unter den besten zehn ein großer Erfolg.

Julia Taubitz

Geboren am: 1. März 1996 (29 Jahre)

Verein: WSC Erzgebirge Oberwiesenthal

Heimat: Annaberg

Wohnort: Oberhof

Disziplin: Rodeln

Die gebürtige Annabergerin ist bekannt für ihr fröhliches Wesen. Julia Taubitz zeigt selten schlechte Laune. Ein Rückschlag war ihr Sturz bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking, als sie als Goldfavoritin an den Start ging und der Traum zerplatzte. Die dreifache Weltmeisterin verfolgt in diesem Winter ein klares Ziel: Gold.

In ihrer Freizeit genießt sie Wohnmobilausflüge, fährt gern schnell Motorrad und verbringt Zeit auf dem Wasser, da sie einen Bootsführerschein besitzt. Ihre Medaillenprognose lautet Silber.

Timon Grancagnolo

Geboren am: 4. April 2003 (22 Jahre)

Verein: ESV Lok Chemnitz

Heimat: Chemnitz

Wohnort: Chemnitz

Disziplin: Rodeln

Mit sechs Jahren begann er mit dem Rodeln. Er ist U23-Vizeweltmeister und wurde bei der WM 2025 13. Seine Chancen auf eine Medaille sind gering, aber ein Platz unter den besten Sieben wäre für ihn ein großer Erfolg.

Florian Müller

Geboren am: 9. Oktober 2001 (24 Jahre)

Verein: WSC Oberwiesenthal

Heimat: Annaberg

Wohnort: Annaberg

Disziplin: Rodeln

Der Motorrad-Enthusiast war lange Zeit als Einsitzer unterwegs. Bei der Heim-WM 2024 in Altenberg wurde der erfahrene Suhler Toni Eggert auf ihn aufmerksam. Eggert, der noch eine fehlende olympische Goldmedaille anstrebt, schlug Müller vor, gemeinsam im Doppel zu starten. Bei der WM 2025 erreichten sie Platz fünf, was für das erste gemeinsame Jahr ein gutes Ergebnis ist.

Für die Olympischen Spiele sehen beide Medaillenchancen, allerdings gibt es noch Schwierigkeiten beim Start, und zuletzt kam es in Oberhof zu Spannungen.

Susanne Kreher

Geboren am: 20. Dezember 1998 (27 Jahre)

Verein: Dresdner SC

Heimat: Annaberg

Wohnort: Dresden

Disziplin: Skeleton

Die Weltmeisterin von 2023 gilt als unberechenbare Athletin. Bei den Spielen hat sie durchaus die Möglichkeit, eine Medaille zu gewinnen. Realistisch liegt ein Platz unter den besten Sechs.

Für die Annabergerin ist die Teilnahme ein großer Traum, den sie sich mit einem Tattoo als Erinnerung verewigen möchte. Ihre große Leidenschaft sind Tattoos – bereits über 30 hat sie sich stechen lassen.

Axel Jungk

Geboren am: 5. März 1991 (34 Jahre)

Verein: Dresdner SC

Heimat: Zschopau (Ortsteil Hohndorf)

Wohnort: Dortmund

Disziplin: Skeleton

Der WM-Dritte hat fast alles erreicht, was in seiner Karriere möglich ist. Ursprünglich war er Skispringer, bevor er zum Skeleton wechselte. Er gewann drei WM-Medaillen (zwei Silber, eine Bronze) und holte bei Olympia 2022 Silber. Sein großes Ziel ist Gold in Cortina, auch wenn die Chancen darauf gering sind. Eine Medaille bleibt jedoch realistisch.

Der Bundespolizist liebt Herausforderungen und Abenteuer, reist gern nach Asien und ist sowohl auf Skiern als auch auf dem Motorrad schnell unterwegs.

Katharina Hennig Dotzler

Geboren am: 14. Juni 1996 (29 Jahre)

Verein: WSC Erzgebirge Oberwiesenthal

Heimat: Königswalde

Wohnort: Oberstdorf

Disziplin: Skilanglauf

Sie hat bereits sämtliche Erfolge errungen: Bei den letzten Spielen gewann sie Gold im Teamsprint und Silber mit der Staffel. Die Spezialistin für klassische Techniken lebt und trainiert seit Jahren am Bundesstützpunkt in Oberstdorf.

Seit April 2025 ist sie mit dem ehemaligen Langläufer Christian Dotzler verheiratet. Mit der Staffel und im 50-Kilometer-Rennen hat sie gute Chancen auf eine Medaille.

Selina Freitag

Geboren am: 19. Mai 2001 (24 Jahre)

Verein: WSC Erzgebirge Oberwiesenthal

Heimat: Breitenbrunn

Wohnort: Oberstdorf

Disziplin: Skispringen

Selina ist Vizeweltmeisterin von der Groß- und Normalschanze. Die Passion für den Sport wurde ihr in die Wiege gelegt: Ihr Vater Holger Freitag war ebenfalls Skispringer, ebenso wie ihre beiden älteren Brüder. Ihr jüngerer Bruder Richard Freitag gewann 2018 Silber bei Olympia im Team.

Abseits der Schanze zeigt Selina ihre kreative Seite – sei es beim Gitarrespielen, Singen oder Stricken. Ihre Chancen auf eine Medaille sind hoch, auch wenn Gold eher fraglich ist.