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Verzweifelter Kampf um die sechste Olympiateilnahme: Steckt ein Betrug dahinter?

USA – Katie Uhlaender, 41 Jahre alt, träumte bis vor Kurzem davon, zum sechsten Mal in Folge an Olympischen Spielen teilzunehmen. Doch nur zwei Wochen vor dem Start der Winterspiele in Mailand und Cortina entwickelt sich rund um die Skeleton-Legende ein regelrechtes Drama.

Obwohl sich die US-Amerikanerin offiziell nicht qualifizieren konnte, setzt sie nun ihre Hoffnung auf eine Wildcard, da sie möglicherweise Opfer einer Manipulation geworden ist, berichten US-Medien.

„Wäre dieses Rennen nicht manipuliert worden, würde ich mich aktuell darauf vorbereiten, die USA zu vertreten und Geschichte zu schreiben – als erste Frau, die an sechs Winterspielen in Folge für unser Land antritt“, erklärte sie.

Anfang Januar wurden beim nordamerikanischen Cup in Lake Placid entscheidende Punkte für die Olympiateilnahme vergeben. Doch noch bevor Uhlaender am 11. Januar ihren Schlitten zum ersten Mal auf die Strecke bringen konnte, zerplatzten ihre Hoffnungen. Denn plötzlich zogen sich alle vier kanadischen Skeleton-Athletinnen aus dem Wettkampf zurück.

Nach den internationalen Regeln führte dies dazu, dass die zu vergebenden Punkte aufgrund des kleinen Teilnehmerfeldes auf 75 Prozent reduziert wurden. Dadurch konnte Uhlaender nicht mehr genügend Punkte für das Olympia-Ticket sammeln.

Brisant: Hätten die Kanadierinnen teilgenommen, hätten sie möglicherweise einen ihrer Startplätze verloren. Durch ihren Rückzug sicherten sie sich diesen jedoch. Uhlaender gewann zwar den Wettbewerb, doch reicht ihr Punktestand aktuell nicht für eine Teilnahme an den Spielen.

Nach dem Rennen legte sie beim Internationalen Verband (IBSF) Einspruch ein und zahlte eine Einspruchsgebühr von 5000 US-Dollar (etwa 4230 Euro).

Der Einspruch wurde abgelehnt, während der kanadische Verband jegliche Verantwortung von sich wies und den Rückzug der Sportlerinnen mit der Belastungssteuerung begründete. Das Vorgehen sei „nach gründlicher Prüfung der Programm-Anforderungen und in Absprache mit der IBSF“ sowie „im Sinne der Gesundheit, Sicherheit und langfristigen Förderung der Athletinnen“ erfolgt, so ein offizielles Statement.

Uhlaender will ihren Traum jedoch nicht aufgeben und forderte in einem offiziellen Schreiben an das Internationale Olympische Komitee eine Wildcard. Im Notfall ist sie bereit, den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu bringen.

Unterstützung erhält sie von den Verbänden aus Belgien, Malta, Israel, Dänemark, Südkorea und den Virgin Islands. Die Zeit drängt, denn die Eröffnung der Spiele ist bereits für den 6. Februar angesetzt.