Glänzende Rampe zum Brandenburger Tor: So bereitet sich Berlin auf Olympia vor
Berlin – Während die Initiative NOlympia bereits Stellung bezogen hat, rüstet sich auch Berlin für die Olympischen Spiele. Am Dienstag präsentierte der Senat seine Pläne für die Bewerbung – und die sind beeindruckend: Die Eröffnungsfeier soll auf dem Tempelhofer Feld stattfinden, der Fernsehturm wird mit riesigen Olympischen Ringen geschmückt, und eine goldene Rampe soll direkt zum Brandenburger Tor führen. Die Millionenstadt will den olympischen Glanz sichtbar machen.
Allerdings steht noch nicht fest, wo die Spiele tatsächlich ausgetragen werden – ob 2036, 2040 oder 2044. Zunächst muss Berlin seine Konkurrenten Hamburg, München und Nordrhein-Westfalen hinter sich lassen und tritt gewohnt selbstbewusst auf.
„Natürlich könnte man die Spiele auch anderswo veranstalten. Aber das wäre einfach langweilig“, lautet das Motto der Kampagne. Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) ist überzeugt: „Berlin ist die Stadt mit internationaler Ausstrahlung, mit der man ins Rennen gehen sollte.“
Das Ziel: Aufmerksamkeit erregen. Daher sollen prominente Bauwerke wie der Fernsehturm und der Flughafen BER mit überdimensionalen Olympischen Ringen geschmückt werden. Zwar wird das Olympiastadion als zentraler Austragungsort fungieren, doch auch das Brandenburger Tor spielt eine bedeutende Rolle.
Dort sollen die Medaillen überreicht und das Olympische Feuer entzündet werden. Außerdem ist eine goldene Rampe geplant, die den Besucherinnen und Besuchern den Weg bis zur Quadriga an der Spitze des Tores ermöglicht.
Die Eröffnungsfeier selbst wird jedoch nicht direkt am Brandenburger Tor, sondern auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof stattfinden. Ein besonderes Highlight soll eine goldene Pyramide aus Olympischen Ringen mitten auf dem Tempelhofer Feld sein.
Das berühmte Olympische Dorf soll im Bereich City West errichtet werden, genauer gesagt in der Nähe der Messe Berlin – und zwar auch für den Fall, dass Berlin keine Zusage für die Spiele erhält. Das ist für die Stadt ein Gewinn, denn in dem Viertel sollen insgesamt 2.400 Wohnungen entstehen.
Doch wie hoch sind die Kosten? Die Hauptstadt kalkuliert mit Ausgaben von 4,82 Milliarden Euro. Dem gegenüber stehen erwartete Einnahmen von 5,24 Milliarden Euro, was einen Überschuss von etwa 420 Millionen Euro ergeben würde. Allerdings sind Ausgaben für Polizei, Sicherheitsvorkehrungen und Verwaltung nicht enthalten, da diese schwer seriös einzuschätzen sind.
Erfahrungen mit ähnlichen Großprojekten zeigen jedoch, dass die tatsächlichen Kosten meist höher ausfallen. Es ist also durchaus möglich, dass das Vorhaben teurer wird.
Doch können die ambitionierten Pläne die Berlinerinnen und Berliner sowie die Entscheidungsträger überzeugen? Am 26. September wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bekannt geben, mit welchem Bewerber die olympische Vergabe angegangen wird.
Bereits jetzt gibt es Kritik: „Eine riesige Rampe statt bezahlbarer Wohnungen, eine goldene Pyramide statt einer sauberen Spree. Statt nachhaltiger Verbesserungen für die Berlinerinnen und Berliner enthält das Konzept offenbar vor allem viele wirre Eventfantasien aus der Mottenkiste des Stadtmarketings“, äußerte Linke-Vorsitzende Elif Eralp (45) kritisch.