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Odyssee zum Olympiasieg: Gold-Gewinnerin Maier freut sich auf „ein paar Liter Aperol“

Livigno (Italien) – Der Weg von Daniela Maier (29) beweist eindrucksvoll, dass Ausdauer sich auszahlt. Am Freitagmittag raste die deutsche Freestyle-Skierin im Ski Cross zu Olympiagold, doch dieser Erfolg war das Ergebnis eines langen und mühevollen Prozesses.

„Ich habe einer Freundin gesagt, sie soll schon mit einem Aperol hier unten warten, aber leider hat sie ihn nicht mitgebracht. Trotzdem hoffe ich, dass heute noch einige Liter Aperol fließen werden“, freute sich Maier nach ihrem Triumph im Interview mit dem ZDF schon auf ihren wohlverdienten Siegerdrink.

Das Getränk hat sie sich redlich verdient: Ab dem Achtelfinale ließ die Schwarzwälderin ihre Konkurrentinnen souverän hinter sich, ohne jemals überholt zu werden. Am Ende feierte sie nicht nur den ersten deutschen Olympiasieg im Ski-Freestyle, sondern auch den ersten Schwarz-Rot-Gold-Triumph bei diesen Spielen in Livigno.

Vor vier Jahren in Peking sah die Lage noch ganz anders aus. Maier überquerte damals als Vierte die Ziellinie hinter Fanny Smith (33), die jedoch wegen angeblicher Behinderung disqualifiziert wurde. Die Jury hob diese Entscheidung später wieder auf, doch nach einem Einspruch des DSV erhielt Maier vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS Recht.

Zehn Monate nach dem Hin und Her konnte Maier schließlich endlich ihre Medaille entgegennehmen und setzte sich sportlich klar vor Smith, die diesmal nur Silber holte.

„Das hat mich enorm viel Kraft gekostet und zum Nachdenken gebracht“, gab die 29-Jährige im Vorfeld gegenüber dem SID zu. Die psychische Belastung sei fast mit einer schweren Verletzung vergleichbar gewesen.

Eine solche Verletzung sollte sie wenig später tatsächlich noch erleiden: Im Januar 2024 zog sich die ehemalige Skirennläuferin einen Syndesmosebandriss am rechten Fuß zu und kämpfte sich monatelang zurück aufs Snowboard.

Wie schwer die Last der langen Odyssee auf den Schultern der Freestylerin lag, war deutlich zu sehen, als sie im Ziel unter Tränen versuchte, ihren Erfolg zu verarbeiten.

„Das fühlt sich noch unwirklich an, erst auf dem Podium wurde mir bewusst, dass ich die Medaille wirklich habe. Ich werde noch etwas Zeit brauchen, um das alles zu realisieren“, erklärte sie.

„Es ist absolut verrückt. Ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben habe, immer wieder aufgestanden bin und durchgehalten habe. Ich habe ein unglaublich starkes Umfeld, fühle mich bei der Bundespolizei gut aufgehoben. Heute konnte ich einfach nicht verlieren“, fasste sie ihren steinigen Weg zum Olympiagold zusammen.