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Kreditkarten-Affäre um Olympiasiegerin sorgt weiterhin für Aufsehen: „Ich möchte einfach in Ruhe gelassen werden“

Antholz (Italien) – Sie spaltet die Gemüter! Die Biathlon-Hoffnung Julia Simon (29) gelang es gleich in den ersten beiden Rennen, zwei olympische Goldmedaillen zu erringen. Dennoch schwebt ein Schatten über ihr: der Kreditkarten-Skandal, für den die Französin erst im vergangenen Herbst zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Simon wünscht sich Abstand von dem Thema – und spricht es dennoch erneut selbst an.

Als Simon am Mittwoch im Einzelrennen mit großem Vorsprung als Erste das Ziel erreichte, legte sie den Zeigefinger an die Lippen. Damit sendete sie die Botschaft: Ruhe bitte!

Nach dem Wettkampf erklärte sie, am Vorabend einen Artikel über sich gelesen zu haben, der „wirklich schlimm“ gewesen sei, und forderte von einem Reporter der L’Equipe Respekt ein.

Bei Eurosport ergänzte die Französin: „Ehrlich gesagt möchte ich jetzt, dass man mich in Ruhe lässt. Gestern Abend habe ich erneut Dinge gelesen, die mir nicht gefallen. Ich denke, ich habe heute und auch schon vorher gezeigt, dass ich meinen Platz im Team verdient habe.“

Doch worum ging es eigentlich genau?

Die 29-Jährige hatte vor einigen Jahren mit der Kreditkarte ihrer Teamkameradin Justine Braisaz-Bouchet (29) Einkäufe im Wert von mehreren Tausend Euro getätigt. Bis zum Prozess im Herbst hatte sie dies bestritten und behauptet, selbst Opfer von Identitätsdiebstahl geworden zu sein.

In der Folge wurde Braisaz-Bouchet im Internet massiv attackiert, sogar ihre Tochter erhielt Drohungen. Die Französin sah sich gezwungen, ihre Social-Media-Profile zu schließen, um dem Hass zu entkommen.

Seitdem herrscht eine angespannte Atmosphäre im französischen Team. Allein Simons Anwesenheit sorgt für Schlagzeilen – im Falle von Erfolgen noch viel mehr.

Nachdem der juristische Teil mit dem Urteil im Oktober abgeschlossen und Simon ihre vom französischen Verband verhängte einmonatige Sperre abgesessen hat, möchte sie am liebsten nie wieder etwas mit dem Fall zu tun haben.

„Ich glaube, ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Jetzt will ich mich ausschließlich auf den Biathlonsport konzentrieren“, unterstrich die zehnfache Weltmeisterin.

Innerhalb des Teams sei die Angelegenheit beendet: „Wir haben darüber gesprochen. Wir sind hier, um Medaillen zu holen und Biathlon zu leben – und ich denke, das haben wir erneut unter Beweis gestellt.“