Skandal-Protest vier Tage nach Rennen: Finnland fordert komplette Disqualifikation des Podests
Tesero (Italien) – Obwohl der Wettkampf längst beendet und die Medaillen vergeben sind, reicht Finnland noch vier Tage nach dem Langlauf-Sprint der Männer bei den Olympischen Spielen einen Protest ein – mit der Forderung, das gesamte Podium neu zu bewerten!
Das gab das Finnische Olympische Komitee am Samstag in einer offiziellen Erklärung bekannt.
„Der Finnische Skiverband und das Olympische Komitee sind in ihrem Einspruch der Auffassung, dass der Internationale Skiverband (FIS) gegen die Prinzipien von Fair Play und gegen seine eigenen Vorschriften verstoßen habe“, hieß es seitens Finnlands.
Doch was war genau passiert? Beim Sprint am Dienstag setzten Norwegen und die USA ein spezielles Wachs auf ihre Ski auf, dessen Nutzung für die anderen Nationen verboten war.
Das Problem lag jedoch beim Weltverband FIS, der den beiden Ländern eine Ausnahmegenehmigung erteilte, ohne die übrigen Teilnehmer darüber zu informieren. So konnten ausschließlich Norwegen und die USA von diesem Vorteil profitieren.
Ob das Wachs letztlich entscheidend war oder nicht: Am Ende des Rennens stand Norwegens Rekordsieger Johannes Høsflot Klæbo (29) ganz oben auf dem Treppchen, gefolgt vom US-Läufer Ben Ogden (26) und seinem norwegischen Teamkollegen Oskar Opstad Vike (24).
Für Finnland ist diese Situation jedoch nicht akzeptabel: „Der Finnische Skiverband und das Olympische Komitee verlangen mit ihrem Einspruch eine Korrektur des Ergebnisses, damit kein Teilnehmer durch unfaire Mittel bevorteilt wird“, betonte die Mitteilung.
Von dieser Änderung würde ausgerechnet ein Finne profitieren: Lauri Vuorinen (31) hatte knapp hinter Vike den vierten Platz belegt.
Der Vorwurf, man handle rein aus Eigeninteresse, wurde von Finnland allerdings vehement zurückgewiesen.
„Unser Hauptanliegen mit dem Protest ist es, auf die mangelhafte Umsetzung von Fair Play hinzuweisen. Wir hätten uns genauso dafür eingesetzt, wenn unsere Läufer nicht von der Ranglistenveränderung betroffen gewesen wären“, erklärte Marleena Valtasola, Geschäftsführerin des finnischen Skiverbands.
„Wir möchten die bestehenden Schwächen aufdecken und sicherstellen, dass im Spitzensport für alle Teilnehmer dieselben Regeln gelten und transparent kommuniziert werden. Der FIS-Weltverband hat den Fehler selbst eingeräumt, der zu einem unfairen Wettbewerb führte, bei dem zwei Nationen ohne das Wissen der anderen einen ungerechtfertigten Vorteil erhielten“, ergänzte Valtasola.
„Solche Vergehen sind nicht tolerierbar, und ein bloßes Eingeständnis oder eine Entschuldigung reichen nicht aus, um den entstandenen Schaden zu beheben.“