Per WhatsApp bei der Geburt dabei! Olympia-Star durch Anruf geweckt – dann geht alles ganz schnell
Cortina (Italien) – Wolfgang Kindl (37) nimmt bereits zum fünften Mal an Olympischen Spielen teil, doch dieses Ereignis wird ihm wohl besonders im Gedächtnis bleiben. Nicht unbedingt wegen seiner sportlichen Leistung – der österreichische Rodler blieb im Einsitzer ohne Medaille – sondern weil er die Geburt seiner Tochter per WhatsApp miterleben konnte!
Eigentlich hätten sich die Saisonplanung und die Familienplanung bei den Kindls optimal ergänzt, denn die Geburt des zweiten Kindes war für April geplant, also nach Ende der Rennrodel-Saison.
Doch das kleine Mädchen hatte offenbar andere Pläne und entschied sich, zwei Monate zu früh auf die Welt zu kommen – und zwar am Morgen nach dem Einsitzer-Rennen ihres Vaters bei Olympia!
„Ich war live dabei, es war ein Anruf und dann konnte ich dank WhatsApp alles in Echtzeit verfolgen“, berichtete Kindl im ORF-Interview. „Das war unglaublich, fast so, als wäre ich wirklich vor Ort gewesen. Natürlich ist es schade, meine Frau nicht persönlich unterstützen zu können.“
Statt sich wie üblich nach dem Wettkampf zu erholen, erlebte der Montag für ihn einen deutlich aufregenderen Beginn als die bisherigen Wettkampftage. „Heute früh kam der Anruf, und dann ging alles ganz schnell“, schilderte der Österreicher dieses außergewöhnliche Erlebnis.
„Es ist natürlich ungewöhnlich, so bei einer Geburt dabei zu sein, aber ich habe mich sehr gefreut und es war sehr emotional.“
Obwohl das zweite Kind früh zur Welt kam, sind laut Kindl sowohl Mutter als auch Tochter wohlauf. Er zeigte sich „überglücklich“ und erleichtert, dass alles gut verlaufen ist.
Die beiden bleiben allerdings noch eine Weile im Krankenhaus, und der 37-Jährige hofft, seine Familie bald besuchen zu können.
Bei seinen voraussichtlich letzten Olympischen Spielen startet er am Mittwoch im Doppelsitzer zusammen mit Thomas Steu (32). Am Donnerstag könnte zudem eine Teilnahme an der Team-Staffel folgen.
„Mal sehen, ob ich es kurz schaffe, vorbeizuschauen“, sagte Kindl. „Ich freue mich auf jeden Fall darauf, sie zu Hause zu besuchen.“