Mittagessen als Herausforderung, doch das Schießen erstklassig: Strelow holt erste Medaille beim Debütrennen
Antholz (Italien) – Justus Strelow (29) wusste genau, worauf es ankam. „Man muss sein eigenes Tempo finden und an den kurzen, intensiven Anstiegen nicht überdrehen“, erklärte er, um anschließend beim Schießen genug Kraft zu haben. Mit seinen präzisen und schnellen Schießeinlagen legte der Athlet aus Hermsdorf den Grundstein für die Bronzemedaille der deutschen Mixed-Staffel in Antholz.
Die dünne Luft auf 1600 Metern Höhe bereitete dem 29-Jährigen keine Schwierigkeiten. Vielmehr war es die Nervosität vor seinem ersten Olympia-Einsatz: „Der Tag war alles andere als entspannt. Schon beim Frühstück lief es nicht gut, auch das Mittagessen wurde zur Qual.“
Sein Schießen jedoch war erstklassig. In nur 19 Sekunden traf er alle fünf Liegendscheiben, im Stehendanschlag benötigte der Sachse lediglich vier Sekunden mehr – beeindruckend. Als Startläufer brachte Strelow die deutsche Mannschaft in Schlagweite zur Goldmedaille.
Philipp Nawrath (32) zog nach und blieb ebenfalls ohne Fehler am Schießstand. Vanessa Voigt (28) setzte mit zehn fehlerfreien Treffern ihr starkes Ergebnis fort und übergab schließlich an Franziska Preuß (31), die als Schlussläuferin auf die Strecke geschickt wurde – die Medaillenhoffnung wurde immer greifbarer.
Gemeinsam mit Norwegen und Italien ging die Münchnerin ins Finale. Nur Frankreich lag zu diesem Zeitpunkt 18 Sekunden in Führung.
Beim letzten Schießen zeigte die Gesamtweltcupsiegerin zwar Nerven, konnte sich jedoch trotz einer Strafrunde den Platz auf dem Podium sichern, da Norwegen zeitgleich zwei Strafrunden kassierte. Italien sicherte sich hinter dem DSV-Team die Silbermedaille.
Die Medaille bedeute „wirklich sehr viel“ und sei „etwas ganz Besonderes“, sagte Preuß. „Die drei vor mir haben einen großartigen Job gemacht und uns den Sieg gerettet. Mein Stehend-Schießen war leider nicht optimal.“
Voigt berichtete mit Tränen in den Augen von ihrem Glück: „Ich finde kaum Worte, ich bin unglaublich stolz.“ Vor rund 18.000 Zuschauern herrschte eine „echte Heimweltcup-Atmosphäre“, schwärmte Strelow nach seinem erfolgreichen Debüt: „Genau so habe ich mir meinen ersten Olympia-Wettkampf vorgestellt.“
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) verfolgte das Rennen live: „Am Ende habe ich nochmal mitgefiebert. Herzlichen Glückwunsch an das Team.“