Olympia-Desaster für deutsche Nordische Kombinierer: Schlechteste Platzierung seit 28 Jahren
Predazzo (Italien) – Schon bei den Einzelwettkämpfen verfehlten die deutschen Nordischen Kombinierer deutlich einen Podestplatz. Im Teamsprint führte dann ein doppelter Sturz zum Verlust einer Medaille für das deutsche Team. Damit ist das Debakel perfekt: Zum ersten Mal seit 28 Jahren kehren die deutschen Kombinierer ohne Medaille von den Olympischen Winterspielen zurück.
Dabei startete der Teamwettkampf nach den enttäuschenden Einzelrennen, bei denen Johannes Rydzek (34) mit Rang acht das beste Ergebnis erzielte, vielversprechend. Das Duo aus Rydzek und Vinzenz Geiger (28) lag nach dem Skispringen an der Spitze des Feldes.
Auf der drittletzten Laufrunde kam Geiger jedoch bei sehr schwierigen Streckenbedingungen gleich zweimal hintereinander zu Fall. Die Konkurrenz konnte dadurch rund 25 Sekunden Vorsprung herauslaufen – der Traum von der ersten Medaille bei diesen Spielen war geplatzt, das Olympia-Desaster besiegelt.
Geiger selbst erklärte später im Interview mit der ARD, er wisse nicht genau, wie es zu den Stürzen kam: „Ich habe kaum etwas gesehen, weil meine Brille beschlagen war. Dann bin ich in eine tiefe Vertiefung gefahren und mit der Skispitze hängen geblieben, woraufhin ich stürzte. Ich stand zwar auf, fiel aber sofort wieder. Es ging alles sehr schnell, ich habe keine Erklärung.“
Bis dahin war er sich sicher, in seiner gesamten Karriere nie in einem Rennen gestürzt zu sein. Ausgerechnet bei diesem wichtigen Wettkampf kam es dazu: „Es tut mir unglaublich leid für das ganze Team und für Richie [Johannes Rydzek, Anm. d. Red.]. Das ist extrem schade.“
Rydzek selbst hatte von den Stürzen anfangs nichts mitbekommen und wurde erst durch die Reaktion der Zuschauer darauf aufmerksam. „Ich dachte nur: Nein, bitte nicht“, schilderte der 34-Jährige.
Dennoch versuchte er, seinen Teamkollegen zu trösten: „Dass es uns heute trifft, ist sehr schade, aber solche Dinge passieren. Man gewinnt gemeinsam und man verliert gemeinsam“, betonte Rydzek und fügte hinzu: „Manchmal läuft es eben so, und dann muss man das auch akzeptieren, so bitter es auch ist.“
Besonders bitter ist zudem die Aussicht, dass es bei Olympia künftig womöglich keine Wettbewerbe der Nordischen Kombination mehr geben könnte. Die Sportart ist derzeit die einzige, in der Frauen nicht teilnehmen dürfen. Ab 2030 verlangt das Internationale Olympische Komitee jedoch vollständige Gleichstellung der Geschlechter.
Fällt weiterhin die Entscheidung gegen weibliche Kombiniererinnen bei den Olympischen Spielen, könnte das auch das Aus für die männlichen Athleten bedeuten – und so würden die einstigen Medaillengaranten Deutschlands leer ausgehen und sich von der olympischen Bühne verabschieden müssen.