Mehrere Athletinnen in Isolation: Norovirus-Ausbruch im Olympischen Dorf
Mailand (Italien) – Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt hat sich das Norovirus unter den finnischen Eishockeyspielerinnen kurz vor Beginn der Olympischen Spiele ausgebreitet. Einige Spielerinnen zeigen Symptome, während das Team bereits am Donnerstagabend sein erstes Spiel bestreitet.
Dem Bericht des finnischen Senders Yle zufolge klagten bereits am Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch vier Spielerinnen über Magenbeschwerden.
Da das Norovirus hochgradig ansteckend ist, wurden die erkrankten Athletinnen sowie ihre Zimmerkolleginnen vorsorglich in Quarantäne geschickt. Aus diesem Grund sagte Finnland sowohl das für Mittwoch geplante Training als auch die für Medien vorgesehenen Termine ab.
„Alle Einrichtungen des Teams im Wettkampfdorf und in der Eishalle werden gründlich desinfiziert, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Der Kontakt untereinander wird vorerst auf ein Minimum reduziert“, erklärte die Mannschaftsärztin Maarit Valtonen laut einer Mitteilung des Verbandes.
„Noro stellt eine große Herausforderung dar, da es sich leicht über Oberflächen, die Luft sowie Nahrungsmittel übertragen lässt. Eine Ansteckung kann praktisch überall erfolgen.“
Das Eröffnungsspiel im olympischen Eishockeyturnier bestreiten die Finninnen bereits am Donnerstag um 21.10 Uhr gegen Kanada. Was passiert, falls die Spielerinnen nicht rechtzeitig wieder gesund werden oder weitere Athletinnen erkranken? Den offiziellen Bestimmungen zufolge müssen mindestens 15 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen einsatzbereit sein.
„Wir stehen im Austausch mit dem Internationalen Eishockeyverband. Sollte es uns nicht gelingen, diese Mindestanzahl an Spielerinnen aufzustellen, wird es Gespräche darüber geben müssen, mit wie vielen Spielerinnen ein Spiel noch möglich ist“, erläuterte Teamchef Kimmo Oikarinen (47). „Ein neuer Termin für das Spiel lässt sich bei einem solchen Turnier praktisch nicht ansetzen.“
Eine komplette Absage des finnischen Teams ist zwar denkbar, darüber möchte Oikarinen jedoch noch nicht spekulieren.
„Wir vertrauen darauf, dass die Nationalmannschaft morgen auf dem Eis stehen wird“, betonte der 47-Jährige.