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Biathlon-Hoffnung empört nach Olympia-Aus: „Fühle mich hintergangen“

Antholz (Italien) – Für ordentlich Aufsehen sorgt die jüngste Entscheidung: Der norwegische Biathlet Martin Uldal wurde nicht für den olympischen Sprint nominiert und zeigt sich darüber sehr verärgert.

„Das halte ich für völlig ungerecht. Ich fühle mich unfair behandelt und finde, dass das Verfahren alles andere als optimal ist. Meiner Meinung nach habe ich einen Platz im Sprintteam verdient“, äußerte der 24-Jährige gegenüber VG mit großem Unmut.

Trotz mehrerer Podestplatzierungen in dieser Saison, unter anderem im Sprint, entschieden sich die norwegischen Trainer dazu, stattdessen Sturla Holm Lægreid (28) ins Rennen zu schicken. Der amtierende Gesamtweltcupsieger hatte während der laufenden Saison zwar noch kein Podest erreicht, sich im Olympia-Einzel jedoch die Bronzemedaille gesichert, während Uldal nur den 13. Rang belegte.

„Ich finde es absolut falsch, dem Einzel so viel Bedeutung beizumessen“, kritisierte Uldal: „Ehrlich gesagt fühle ich mich ein bisschen betrogen.“

Doch was steckt dahinter? Nach Uldals Auffassung wurde im Vorfeld klar kommuniziert, dass Lægreid nur dann im Sprint antreten dürfe, wenn er das Einzel gewinnt. Entgegen dieser angeblichen Abmachung nimmt der 28-Jährige nun trotzdem Uldals Platz ein.

„Ich bin wirklich enttäuscht. Das ist sehr schade. Besonders ärgerlich ist es, weil ich in letzter Zeit eine starke Form gezeigt habe“, beklagte der Norweger: „Ich liege auf einer 20-Kilometer-Strecke nur eine halbe Minute hinter Sturla ... Und genau das soll entscheidend sein? Ehrlich gesagt bin ich eher traurig als wütend.“

Die Nicht-Nominierung für den Sprint hat für Uldal weitreichende Folgen: Auch die Qualifikation für die Verfolgung ist damit ausgeschlossen – und damit die Chance, sich mit einer Medaille einen sicheren Startplatz für den abschließenden Massenstart zu sichern.

Obwohl er als einer der Top-15 im Gesamtweltcup grundsätzlich qualifiziert wäre, dürfen pro Nation nur vier Athleten teilnehmen. Uldal, der als Nummer 13 der Welt der fünftbeste Norweger ist, hat bei dieser Auswahl das Nachsehen.

Einzige Ausnahme: Wenn mehr als vier Sportler eines Landes in vorherigen Wettbewerben eine Medaille gewinnen, dürfen alle starten. Diese Möglichkeit wird sich für Uldal nun jedoch nicht mehr ergeben, sodass er vermutlich nur im Staffelwettbewerb zum Einsatz kommen wird.