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Kampfansage bleibt ohne Erfolg, doch der Sachsen-Express sichert sich Team-Silber!

Cortina (Italien) – Am Sonntagabend um 19:31 Uhr erhoben sich die 50 Anhänger von Axel Jungk (34) in Cortina zu einem gemeinsamen Schlachtruf: „Niemand wird es wagen, unseren Axel Jungk zu besiegen.“ Dennoch gelang es dem Briten Matt Weston (28) – wie bereits im Männer-Einzelrennen – auch im Mixed-Team Gold zu holen, während Jungk mit dem zweiten Platz zufrieden sein musste.

Vor dem Wettkampf gab Jungk eine deutliche Kampfansage von sich: „Falls ich es im Einzel nicht schaffe, will ich Matt zumindest im Team besiegen. Das ist mein großes Ziel.“

Der Start sah vielversprechend aus für Jungk und seine Partnerin. Die Athleten des Dresdner SC lagen nach dem Lauf der Britin Tabitha Stöcker (25) mit 30 Hundertstelsekunden vorne. Jungk vergrub im Ziel die Hände im Gesicht – könnte der Traum vom Team-Gold für die Europameister Wirklichkeit werden? Leider nein!

Der dominierende Skeleton-Athlet zeigte jedoch schon gleich zu Beginn seine Stärke. Am Start holte er die 30 Hundertstelsekunden Rückstand auf Axel auf, die Anzeige wurde sogleich grün – ein Indikator für die Führung der Briten. Im Ziel lag Weston mit 17 Hundertsteln vorne.

Trotzdem war das Team aus Sachsen zufrieden. Schon vor dem Rennen hatte Susanne Kreher (27) geäußert: „Vielleicht ist noch die eine oder andere Medaille möglich.“ Silber im Einzel für beide sowie Silber im Team – davon hatten sie vor Beginn der Spiele nur träumen können.

„Nach den Trainingsläufen hätte ich das niemals für möglich gehalten. Ich war schon deutlich hinter den Schnellsten“, gestand die 27-Jährige nach ihrem zweiten Platz am Samstag. „Ich kann es noch nicht ganz fassen“, sagte sie nach der emotionalen Siegerehrung im Cortina Sliding Centre.

Ihr Teamkollege vom DSC wollte es danach richtig krachen lassen. Noch am Freitag, nach seiner Silbermedaille, meinte er: „Ich würde gern ein Bier trinken, aber gestern habe ich massiv unter Krämpfen gelitten. Alkohol ist daher tabu. In zwei Tagen steht noch das Teamrennen an.“

Seit Sonntag ist dieser Verzicht aufgehoben. Nachdem die Sachsen von Fürst Albert von Monaco ihre Medaillen erhalten hatten, startete die große Feier.

Jungk widmete seine Medaille aus dem Männer-Rennen seinem langjährigen Freund, den er über 30 Jahre kannte und der im vergangenen Jahr an Krebs verstorben war. „Guido, diese Medaille ist für dich“, sagte er. Für Kreher „fühlt sich das alles noch wie ein Traum an.“ Während sie in die Kameras lächelte, rief Jungk begeistert seinen Fans zu: „Jaaa!“

Was für eine beeindruckende Bilanz im Skeleton auf der Eisbahn: Drei Rennen, dreimal Silber und dazu Bronzemedaillen für Deutschland. Denn wie im Einzel sicherten sich Christopher Grotheer (33) und Jacqueline Pfeifer (31) auch hier die Plätze direkt hinter den Sachsen.

„Das sind großartige Leistungen, dass wir im Skeleton insgesamt sechs Medaillen mit nach Hause nehmen. Das ist unglaublich“, zeigte sich Verbandschef Thomas Schwab (63) begeistert und freute sich besonders für Kreher: „Sie muss das wahrscheinlich erst noch verarbeiten. Es freut mich riesig. Die Teamleistung war einfach großartig.“