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Gold für Julia Taubitz bei traumhaftem Olympia-Erfolg, Konkurrentin Fräbel erlebt bitteres Debakel

Cortina (Italien) – Vor vier Jahren vergoss Julia Taubitz (29) nach ihrem Sturz bei den Olympischen Spielen in Peking bittere Tränen. Am Dienstagabend jedoch, gegen 19:10 Uhr in Cortina, waren es Freudentränen. Die Adrenalinliebhaberin aus Annaberg raste mit 120 km/h auf ihrem Rennrodel zum Olympiasieg!

„Damals hieß es immer, nur vier Jahre auf die Revanche zu warten“, erklärte Taubitz bereits im November in Hinblick auf ihre „letzten Olympischen Spiele“, wie sie damals verriet. „Insgeheim hoffe ich sehr darauf.“

Ihr Ziel war es, sich „den Traum vom Olympiagold zu erfüllen“. Gesagt, getan! Nach acht Weltmeisterschaftstiteln, sieben Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften und fünf Gesamtweltcupsiegen sicherte sich die sächsische Eiskönigin bei den Spielen 2026 endlich ihr erstes Olympia-Gold!

Kurz nach 17 Uhr schien der Sieg schon zum Greifen nah. Das lag nicht allein an ihrer starken Fahrt im dritten Lauf – dieser war ausgezeichnet –, sondern auch an dem Fehler ihrer schärfsten Konkurrentin Merle Fräbel (22).

Die Suhlerin patzte unmittelbar nach dem Start: Nach den ersten Paddelschlägen prallte sie zuerst rechts gegen die Bande, dann links. Damit war der Schwung verloren, und aus einem kleinen Rückstand von 61 Hundertstelsekunden wurden am Ende 1,475 Sekunden Differenz – Fräbel rutschte von Platz zwei auf Rang zehn ab.

Taubitz bekam das Missgeschick ihrer Teamkollegin nur halb mit, da sie gerade ihre Handschuhe auszog und auf den Bildschirm schaute.

Im vierten Durchgang konnte die 29-Jährige somit entspannt fahren. Keine Fehler machen war die Devise – und genau das gelang ihr. Mit kühlem Kopf raste sie ins Ziel, schoss ihre Arme in die Luft und rief laut „JAAAAAA!“. Danach ließ sie sich auf den Rücken fallen, verschränkte die Hände über dem Kopf und nahm die Glückwünsche ihrer Teamkolleginnen entgegen.

„Genieß den Moment“, ermutigte Bundestrainer Patric Leitner (48) seine Athletin. Am Ende betrug Taubitz’ Vorsprung auf die Zweitplatzierte Elina Bota (25, Lettland) 0,918 Sekunden, die Drittplatzierte Ashley Farquharson (26, USA) lag 0,957 Sekunden zurück. Fräbel belegte den achten Platz (+1,547).

Strahlend freute sich Taubitz gemeinsam mit ihrer Mutter Simone und den rund 80 mitgereisten Anhängern. „Ich glaube, so viele Tränen habe ich lange nicht mehr vergossen. Viel Last ist von mir abgefallen. Ich konnte jeden einzelnen Lauf genießen. Es war mein Kindheitstraum, diese Goldmedaille um den Hals zu tragen“, sagte die Erzgebirgerin. Nun freut sie sich vor allem auf einen entspannenden Aperol.