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Um den letzten Wunsch zu erfüllen: Olympia-Athlet verschiebt die Beerdigung seines Vaters

Predazzo (Italien) – Während viele Sportler voller Vorfreude auf die Olympischen Spiele blicken, durchlebt Johann André Forfang (30) eine der schwersten Phasen seines Lebens: Vor einigen Tagen verstarb sein Vater. Trotz dieses Schicksalsschlags nimmt der norwegische Skispringer an den Wettkämpfen teil – ganz im Sinne des letzten Willens seines Vaters.

„Ich hatte gehofft, dass er die Meisterschaften noch miterleben könnte. Es ist daher unfassbar und sehr schwer zu akzeptieren, dass er nicht mehr dabei sein kann“, berichtete Forfang gegenüber dem norwegischen Sender NRK.

Hugo Forfang verstarb am vergangenen Wochenende nach einem langen Kampf gegen den Krebs – genau zu dem Zeitpunkt, als sein Sohn in Willingen im Weltcup an den Start ging.

Statt die nächsten Wochen zu Hause bei seiner Familie zu verbringen, befindet sich der 30-Jährige bereits im Val di Fiemme, wo die Skisprung-Wettbewerbe der Herren am kommenden Montag beginnen.

„Mein Vater hat mir ausdrücklich seinen Wunsch mit auf den Weg gegeben, dass ich dort antreten und unser gemeinsames Projekt zu Ende bringen soll“, erklärte Forfang. Um dies möglich zu machen, entschied sich die Familie, die Beisetzung von Hugo Forfang zu verschieben.

„Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht zwischen den Olympischen Spielen und der Trauerfeier entscheiden musste“, sagte der Olympiasieger von 2018. Die Beerdigung soll nun nach den Winterspielen stattfinden.

Bereits vor den Wettkämpfen in Willingen hatte Forfang Abschied von seinem Vater genommen.

„Als er zu den Wettbewerben in Willingen aufbrach, hatte er seinem Vater Lebewohl gesagt. Allein dieser Abschied, bevor man zu einem Weltcup und anschließend zu Olympia reist, muss eine große emotionale Herausforderung sein“, erzählte Sportdirektor Jan-Erik Aalbu (62).

Forfang berichtete, „dass er vier- oder fünfmal zur Tür hinausging und jeweils etwa eine halbe Stunde brauchte, um sich zu überwinden. Letztlich musste er aber los, um seinen Flug nicht zu verpassen.“

Bei den Olympischen Spielen wird der 20-fache Weltcupsieger nun für seinen Vater antreten, der ein großer Fan des Skispringens war: „Ich werde für den Rest meiner Karriere für meinen Vater springen.“