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Bürgermeister wirbt für Olympische Spiele in Hamburg: „Ein historisches Ereignis“

Von Markus Klemm, Alice Nägle

Hamburg – Der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) hat sich erneut für die Ausrichtung der Olympischen Spiele in der Hansestadt ausgesprochen.

In einer Regierungserklärung vor der Hamburgischen Bürgerschaft betonte der SPD-Politiker: „Olympische und Paralympische Spiele stellen für Hamburg eine einmalige historische Gelegenheit dar.“

Beim Referendum am 31. Mai gehe es dabei nicht nur um ein einzelnes Vorhaben oder Ereignis. „Es geht vielmehr darum, wie wir uns selbst sehen und welches Bild wir der Welt vermitteln möchten.“

Im Kern stehe daher auch eine Entscheidung über das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den Glauben an die Zukunft.

„Deshalb appelliere ich an Sie, liebe Hamburgerinnen und Hamburger: Sagen Sie ‚Ja‘ zu Olympia, sagen Sie ‚Ja‘ zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg“, so Tschentscher weiter.

Der rot-grüne Senat der Stadt plant, sich für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben.

Auch Sina Imhof (47), Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion, befürwortet eine Kandidatur. „Damit unsere Stadt langfristig von den Spielen profitieren kann, müssen wir jetzt den Dialog suchen und offen diskutieren. Ein gesundes Bewusstsein für Risiken ist dabei wichtig, darf uns aber nicht daran hindern, uns etwas zuzutrauen. Vorsicht darf nicht Stillstand bedeuten.“

Paris habe bereits gezeigt, wie eine Integration der Spiele in die Stadt gelingen kann, erklärte Imhof. „Die Olympischen und Paralympischen Spiele dort fügen sich harmonisch in das Stadtbild ein und treiben die Entwicklung nachhaltig voran. Dieses Modell nehmen wir uns zum Vorbild, wollen aber zugleich unseren eigenen hanseatischen Weg gehen.“

Nach einer aktuellen Umfrage aus dem März 2026 stehen die Hamburgerinnen und Hamburger der Austragung der Spiele in ihrer Stadt nach wie vor kritisch gegenüber: 41 Prozent bewerten das Vorhaben „eher positiv“, 50 Prozent „eher negativ“.

Eine der größten Befürchtungen betrifft den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), sieht darin jedoch eher eine Chance. „Olympische Spiele führen nicht zwangsläufig zu steigenden Mieten. Die Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum bleibt eine dauerhafte Aufgabe.“

So könnte das Olympische Dorf beispielsweise so geplant werden, dass es nach den Spielen als günstiger Wohnraum genutzt werden kann, erläuterte Breitner. „Olympia bietet auch für das Thema bezahlbares Wohnen Chancen und stellt keine Belastung dar.“

Neben Hamburg bewerben sich auch Berlin, München sowie die Rhein-Ruhr-Region als deutsche Kandidaten. In Hamburg wird am 31. Mai im Rahmen eines Referendums über die Bewerbung abgestimmt. Die endgültige Entscheidung über den deutschen Olympia-Bewerber fällt im September.