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Bereits bei den kommenden Spielen: Teilnahme von Frauen nur noch mit Geschlechtstest bei Olympia erlaubt

Lausanne (Schweiz) – Nachdem der Leichtathletik-Weltverband und der Internationale Skiverband FIS diesen Schritt vorgemacht haben, folgt nun auch das Internationale Olympische Komitee (IOC): Für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen müssen Frauen künftig einen Geschlechtstest absolvieren.

Am Donnerstag präsentierte das IOC eine neue Regelung, mit der laut eigenen Angaben „Fairness, Sicherheit und Integrität in der Frauenwertung“ gewährleistet werden sollen.

Demnach dürfen bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles nur noch biologisch weibliche Athletinnen starten. Dies soll durch ein Screening auf das SRY-Gen überprüft werden, dem sich alle Frauen vor dem Wettkampf unterziehen müssen.

Der nicht-invasive Test, der beispielsweise mittels eines Wangenabstrichs durchgeführt wird, sucht nach dem SRY-Gen, dessen Nachweis vom IOC als „hochpräziser Beleg“ dafür gilt, dass eine Person eine männliche Geschlechtsentwicklung durchlaufen hat.

Folglich ist ab den nächsten Olympischen Spielen ein negativer Befund des SRY-Tests Bedingung für die Zulassung zu Wettkämpfen in der Frauenkategorie. Eventuelle Ausnahmen sind für Sportlerinnen mit seltenen Geschlechtsentwicklungsstörungen vorgesehen; Transfrauen und Frauen mit XY-Chromosomen werden künftig ausschließlich bei den Männern starten dürfen.

„Als ehemalige Sportlerin setze ich mich mit Nachdruck für faire Wettbewerbsbedingungen aller Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer ein. Unsere neue Richtlinie basiert auf wissenschaftlichen Daten und wurde in Zusammenarbeit mit medizinischen Fachleuten entwickelt“, betonte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) zur Begründung der Maßnahme.

„Bei Olympischen Spielen können schon kleinste Unterschiede den Ausschlag zwischen Sieg und Niederlage geben. Deshalb ist es eindeutig unfair, biologische Männer in den Frauenwettbewerben starten zu lassen“, ergänzte die erste Frau an der Spitze des IOC. Dabei müsse jedoch stets ein respektvoller und würdevoller Umgang mit allen Athletinnen und Athleten gewährleistet sein.

Der Test ist nur einmalig zu absolvieren; wer ein negatives Ergebnis vorweist, erhält dauerhaft die Zulassung für Frauenwettkämpfe des IOC.

Positive Testergebnisse führen nicht zur rückwirkenden Aberkennung von Erfolgen. Zudem stellte das IOC klar, dass diese Regelung ausschließlich für den Spitzensport bei Olympischen Spielen gilt und nicht für den Breitensport oder Freizeitsport.