zurück

Ex-Kapitän Moritz Müller übt Kritik am DEB-Team nach enttäuschender Olympia-Vorrunde

Mailand (Italien) – Vor Beginn der Olympischen Spiele äußerten viele Experten die Meinung, dass der Deutsche Eishockey-Bund das stärkste deutsche Team aller Zeiten zusammengestellt habe. Nach einer enttäuschenden Vorrunde zieht der ehemalige Kapitän Moritz Müller (39) nun ein kritisches Fazit.

„Die besten Teams, die ich bisher erlebt habe, waren 2018 und 2023. An dieses Niveau muss die aktuelle Mannschaft erst noch herankommen“, bemängelt der langjährige Kapitän der Kölner Haie nach der deutlichen 1:5-Niederlage gegen die überlegenen USA.

Nach einem erfolgreichen Auftakt mit einem 3:1 gegen Dänemark verlor das Team von Trainer Harold Kreis (67) auch das zweite Spiel gegen Lettland knapp mit 3:4. Dennoch erreichte man durch etwas Glück am Ende den zweiten Platz in der Tabelle und trifft in der ersten K.o.-Runde nun auf Frankreich (Dienstag, 12.10 Uhr).

Während Müller in früheren Jahren die Mannschaft als Kapitän anführte, wurde er vor den Olympischen Spielen von Kreis entmachtet. Die Rolle des Captains übernahm NHL-Superstar Leon Draisaitl (30). Zudem erhielt der gebürtige Kölner bislang nur begrenzte Einsatzzeiten – möglicherweise ein weiterer Grund für seine offene Kritik?

„Wir haben definitiv die besten Spieler im Kader. Allerdings müssen wir verstehen, wie man auf diesem Niveau als Team agieren muss. Es bedarf einer geschlossenen Mannschaftsleistung und geradlinigem Eishockey“, betont der 39-Jährige.

Zwar verfüge man über herausragende Spieler, die zu den weltbesten gehören, jedoch könne man nicht erwarten, dass durch das bloße Zuspielen an einen dieser Akteure automatisch ein Wunder geschieht.

„Jede Nation hat ihre Top-Spieler, und wir als Team müssen einfach besser harmonieren – und damit meine ich wirklich alle“, führt der Verteidiger weiter aus.

Im bisherigen Turnierverlauf fiel auf, dass Coach Kreis den NHL-Stars vergleichsweise viel Eiszeit gewährt. „Ich kann mir vorstellen, dass jeder gern mehr Minuten auf dem Eis hätte“, kommentiert Müller mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung Trainerstab.

Seine Einsatzzeit liege jedoch nicht in seiner Hand, sondern entscheide sich allein durch Kreis und seine Assistenten.

Medaillenspiegel