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Olympia-Skisprung: Bundestrainer lässt Spannungen im Team durchscheinen nach enttäuschendem Abschneiden

Predazzo (Italien) – Für die deutschen Skispringerinnen verliefen die Olympischen Spiele äußerst enttäuschend: Zum ersten Mal seit Einführung der Frauenwettbewerbe bei Olympia blieb die Medaillenausbeute komplett aus. Statt Jubel dominierten Tränen und offensichtlich auch Konflikte im Team.

Bun­des­trai­ner Heinz Kuttin (55) gestand im ZDF ein, dass die Stimmung innerhalb der Mannschaft momentan nicht optimal sei.

Er betonte zwar, man verfüge "grundsätzlich über einen sehr starken Teamgeist", sagte der 55-Jährige noch vor dem Großschanzen-Wettkampf der Frauen.

Gleichzeitig räumte er jedoch ein: "Jede Athletin möchte natürlich besser sein als die andere", und fügte hinzu: "Das erschwert uns aktuell das Zusammenarbeiten durchaus."

Bereits zuvor waren Berichte über Spannungen im Team aufgetaucht, die Kuttin nicht eindeutig entkräften konnte.

ZDF-Experte Severin Freund (37) wollte nach dem Wettkampf zwar nicht von "Knirschen" im Team sprechen, erkannte jedoch, dass das Klima nicht gerade förderlich für Spitzenleistungen war.

Er erklärte: "Der Fokus ist vielleicht nicht ganz richtig gesetzt. Eigentlich sollte das persönliche Ziel lauten: Ich will vorne mitmischen – und idealerweise ist auch eine Teamkollegin an meiner Seite." Dies beschrieb der 37-Jährige als zentrales Problem im Damen-Team.

"Dann kann man sich gegenseitig unterstützen", so Freund, der als Team-Olympiasieger von 2014 aus eigener Erfahrung spricht: "Genau das scheint gerade etwas verloren gegangen zu sein."

Unabhängig davon, ob es die Spannungen waren oder andere Faktoren, wurde der Saisonhöhepunkt für die deutschen Athletinnen trotz vielversprechender Vorleistungen zum Misserfolg.

Beispielsweise zeigte Fahnenträgerin Katharina Schmid (29) auf der Großschanze einen der schwächsten Sprünge im gesamten Starterfeld, schaffte nicht den Einzug in den zweiten Durchgang und brach nach ihrem letzten Olympia-Sprung in Tränen aus.

Auch Selina Freitag, die als größte Medaillenhoffnung der deutschen Mannschaft ins Rennen ging, konnte nicht an ihre starken Saisonleistungen anknüpfen und verpasste das Podium deutlich.