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Erst Nervenkitzel, dann Jubel: Jungk sichert sich erneut Silber wie 2022

Cortina d'Ampezzo (Italien) – „Ich habe richtig gezittert, ob es reichen würde“, gab Axel Jungk (34) im Interview mit der ARD zu. Doch am Ende hat es geklappt: Der Skeleton-Fahrer des Dresdner SC holte bei den Olympischen Spielen in Cortina am Freitagabend erneut die Silbermedaille und wiederholte damit seinen Erfolg von vor vier Jahren in Peking.

Wer hätte das in den letzten Jahren erwartet? Immer wieder bremsten Verletzungen an Achillessehne und Rücken den 34-Jährigen während der Vorbereitung aus. Doch rechtzeitig zur Olympia-Saison konnte Jungk den Sommer über konsequent trainieren – eine Anstrengung, die sich in Cortina bezahlt machte.

Am Start zeigte er endlich wieder seine explosive Power. In Kombination mit einem erstklassigen Schlitten und soliden Fahrten war dies in den ersten drei von vier Läufen der Schlüssel zum guten Ergebnis, das nur vom dominierenden Matt Weston (28, Großbritannien) übertroffen wurde.

„Der dritte Lauf hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben“, erklärte der Sachse nach dem Rennen. Ohne Kontakt zur Bande in Kurve zwei erreichte er mit 127 km/h seine höchste Geschwindigkeit. Dennoch lag er zu diesem Zeitpunkt bereits 39 Hundertstel hinter Weston. Nach dem letzten Durchgang wuchs der Abstand auf 88 Hundertstel – doch das war nebensächlich!

Einzig seine Fahrtechnik ärgerte Jungk: „Der letzte Lauf war eine totale Katastrophe, unfassbar schlecht. Ich hätte gern mit einem besseren Lauf abgeschlossen.“

Seine rund 50 mitgereisten Fans ließen sich davon jedoch nicht beirren und feierten ihn lautstark wie immer – auch seine Freundin Laura war mittendrin.

Im Sommer war der gebürtige Zschopauer nach Dortmund gezogen, um dort unter der Anleitung von Tobias Alt zu trainieren. Dieser sorgte für einen zweiten Frühling bei Jungk und brachte ihn dazu, auf Partys zu verzichten: „Seit dem Sommer verzichte ich auf Alkohol und Zucker – alles, was meinem Körper schadet.“ Diese Disziplin zahlte sich aus.

Die Bronzemedaille ging ebenfalls an Deutschland: Der Olympiasieger von 2022, Christopher Grotheer (33), belegte mit einem Rückstand von 1,07 Sekunden Platz drei hinter Weston.