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„Gehört mir!“: Russischer Biathlet verweigert Rückgabe der olympischen Goldmedaille nach Doping

Antholz (Italien) – Zwölf Jahre nach dem Staffelwettbewerb bei den Olympischen Spielen in Sotschi wurden die deutschen Biathleten am Sonntag endlich mit den Goldmedaillen ausgezeichnet, die ihnen nach der Disqualifikation der russischen Staffel wegen Dopings zustehen. Die russischen Athleten hingegen weigern sich weiterhin beharrlich, ihre aberkannten Medaillen herauszugeben.

„Nein, warum sollte ich? Ich habe sie gewonnen. Die Medaille gehört mir, und ich werde sie nicht zurückgeben“, erklärte beispielsweise Anton Shipulin (38), der 2014 als Schlussläufer Simon Schempp (37) um wenige Sekunden auf den zweiten Platz verwiesen hatte, im Interview mit dem russischen Sender MatchTV.

Die Begründung für das Verhalten ist schnell erklärt: Nach einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem des Dopings überführten Evgeny Ustyugov (40), dem Internationalen Biathlon-Union (IBU) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wurden im September 2025 sämtliche Resultate des Russen von August 2013 bis April 2014 endgültig annulliert. Darunter fällt auch die Staffel bei den Olympischen Spielen in Sotschi.

Infolgedessen forderte die IBU die russischen Biathleten auf, ihre damals erhaltenen Goldmedaillen zurückzugeben – doch darauf blieb, wie Shipulins Verhalten zeigt, eine Antwort aus.

Für den russischen Parlamentarier steht die Sache vor allem für ein Prinzip: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verstoße mit dem Ausschluss russischer Sportler gegen die grundlegende Regel, Politik und Sport zu trennen, schrieb der 38-Jährige am Montagabend auf Instagram. Dazu veröffentlichte er ein Video vom dramatischen Finale der Staffel 2014, in dem er als Erster die Ziellinie überquerte.

„Erst wenn das IOC und die internationalen Verbände zu diesem Grundsatz zurückkehren, unseren Sportlern ihre Nationalflagge und Hymne zurückgeben und sie nicht länger unter dem ‚neutralen Status‘ demütigen, werde ich bereit sein, meine Medaillen herauszugeben“, so Shipulin weiter.

Doch er ist nicht der Einzige, der seine Medaille behalten möchte: Offenbar lehnen alle russischen Biathleten eine Rückgabe ab. Dies berichtete Viktor Maigurov, Leiter des russischen Biathlon-Verbandes, in einem Gespräch mit MatchTV. Er erklärte, man habe sämtliche vier russischen Staffelathleten kontaktiert, doch deren Antwort sei stets gewesen: „Auf Wiedersehen!“

Laut Maigurov besitzt der Verband keine rechtlichen Mittel, um die Sportler zur Rückgabe zu zwingen.

Somit behalten Shipulin, Ustyugov und Co. vermutlich ihre Medaillen – für das deutsche Team ist das mittlerweile aber nebensächlich. Denn die damaligen Vize-Olympiasieger wurden bei den diesjährigen Spielen mit einer erneuten Siegerehrung bedacht und erhielten neue Goldmedaillen überreicht.