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Alkoholexzesse mit fragwürdiger Rechtfertigung? Skiverband reagiert auf Olympia-Skandal

Finnland – Die Olympischen Winterspiele der finnischen Skispringer wurden von einem mutmaßlichen Alkoholskandal rund um Trainer Igor Medved überschattet, der daraufhin Italien verließ. Nun hat der nationale Skiverband strengere Maßnahmen ergriffen, da sich offenbar mehr hinter dem Vorfall verbirgt als zunächst angenommen.

Der slowenische Ex-Skispringer darf nach seiner Auszeit nicht zurückkehren, sondern bleibt für die bevorstehenden Weltcup-Veranstaltungen in Österreich sowie im finnischen Lahti gesperrt, teilte der Verband offiziell mit.

Vorerst ist Medved nicht Teil des Teams, "bis klärende Gespräche zu den Vorfällen während der Olympischen Spiele geführt wurden", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Vor Beginn der Wettkämpfe auf der Großschanze wurde der 44-Jährige wegen angeblicher "Alkoholprobleme" nach Hause geschickt. Dies bestätigte damals Janne Hänninen, Präsident des Finnischen Olympischen Komitees (NOK).

Medved zeigte sich unmittelbar reumütig und erklärte gegenüber "Yle", dass er bei der Goldmedaillenfeier des slowenischen Teams als Gast auf nüchternen Magen zu viel Alkohol konsumiert habe. Die slowenische Skiverband widersprach jedoch dieser Darstellung und betonte, Medved sei gar nicht bei der Feier anwesend gewesen.

Die finnische Zeitung "Iltalehti" berichtet zudem, dass es sich bei dem Vorfall nicht um einen Einzelfall handeln soll. Demnach sei der Trainer wiederholt alkoholisiert aufgefallen.

An einem Abend soll Medved sogar von einem italienischen Polizisten angehalten worden sein, da er stark schwankte. Auch während des Weltcups soll es bereits zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein.

Ob Medved nach der Zwangspause eine weitere Chance erhält, steht derzeit noch nicht fest.

"In dieser Angelegenheit wurde bislang keine endgültige Entscheidung getroffen", erklärte Marleena Valtasola, Vorsitzende des finnischen Skiverbandes. "Wie bereits erwähnt, wurde die Situation in Bezug auf die Olympischen Spiele zunächst beruhigt. Wir werden den Fall zu einem späteren Zeitpunkt eingehend prüfen. Dabei ist es uns wichtig, den Respekt gegenüber allen Beteiligten zu wahren."