Polizeikosten-Debatte um DFB und DFL: Müssen Fußballvereine bald tief in die Tasche greifen?
Von Carsten Lappe
Düsseldorf – Im Vorfeld der anstehenden Sportministerkonferenz haben die Innenminister Herbert Reul (73, CDU) und Armin Schuster (64) den Druck auf DFB und DFL deutlich erhöht – verbunden mit einer kostenintensiven Drohung.
Die Innenminister aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen kündigten an, den betroffenen Fußballvereinen künftig sämtliche Ausgaben für Polizeieinsätze in Rechnung zu stellen.
Dabei brachten sie auch das Thema von nicht erteilten Genehmigungen für Fußballveranstaltungen zur Sprache. Schuster erklärte gegenüber dem Kicker: „Das ist zwar nicht wünschenswert, aber wir haben eine breite Palette an Instrumenten. Dazu gehören Rechnungen, Veranstaltungsverbote und weitere Maßnahmen.“
Beide CDU-Politiker kritisierten den DFB und die DFL vor allem für ihre zurückhaltende Haltung bei Stadionverboten.
Reul äußerte sich dazu scharf: „Wir wollten endlich bundesweit verbindliche Regelungen schaffen. Die Verhandlungen mit DFL und DFB führten dazu, dass am Ende nur noch ein Vorschlag zu Stadionverboten übrigblieb – und der ist zudem stark verwässert. Das macht mich richtig wütend.“
Er forderte, bis zur nächsten Innenministerkonferenz Mitte Juni eine neue, strengere Regelung zu Stadionverboten zu verabschieden: „Wenn die Verbände den ohnehin schon milden Beschluss weiter abschwächen, werde ich nicht mitziehen.“
Zum Thema Rechnungen für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen meinte Schuster: „Ich halte diesen Weg aus verschiedenen Gründen für falsch. Dennoch steigt der Druck auf mich angesichts des Verhaltens bestimmter Fangruppen und der mangelnden Reaktion des Fußballs kontinuierlich an.“