OB beim FC Bayern: Kritik an Reiter wegen seiner Tätigkeit beim Klub
Von Britta Schultejans
München – Nachdem Dieter Reiter (67, SPD), Münchens Oberbürgermeister, wegen seiner neuen Rolle beim FC Bayern in die Kritik geraten ist, kündigte er nun eine rechtliche Überprüfung an.
Seine Pressesprecherin erklärte, dass er die zuständige Abteilung beauftragt habe, „die tatsächlichen und juristischen Rahmenbedingungen zu untersuchen“.
Dies müsse „aufgrund möglicher dienstrechtlicher Sonderregelungen in Abstimmung mit der FCB AG erfolgen“.
Anfang Februar wurde Reiter zum Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats beim FC Bayern ernannt und ist dadurch zugleich Mitglied des Aufsichtsrats geworden.
Die Sprecherin des Oberbürgermeisters fügte hinzu: „Reiter wird den Stadtrat noch vor der nächsten Aufsichtsratssitzung im Mai über die Angelegenheit informieren.“
Ein Dringlichkeitsantrag der Linken-Fraktion sieht vor, dass Reiters Engagement für den börsennotierten Klub bereits an diesem Mittwoch im Stadtrat diskutiert wird.
Auch aus anderen politischen Lagern kam Kritik. Die ÖDP betonte beispielsweise: „Der FC Bayern ist ein global tätiges Unternehmen mit großer wirtschaftlicher Bedeutung und zahlreichen Schnittstellen zur Stadt München, zum Beispiel in den Bereichen Verkehr, Sicherheit, Infrastruktur oder Großveranstaltungen.“
„Die Nähe zwischen der Stadtspitze und der Vereinsführung ist deutlich erkennbar“, hieß es weiter, obwohl Reiter betonte, das Amt bei den Bayern in privater Funktion auszuüben.
Der Verein hatte Anfang Februar bekanntgegeben, dass Reiter den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber als Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats ablöst und somit auch im Aufsichtsrat vertreten ist. Laut Vereinsangaben ist Reiter bereits seit 2017 Mitglied des Verwaltungsbeirats.
Zum Abschied sagte Stoiber: „Mit Dieter Reiter an der Spitze wird der Verwaltungsbeirat auch künftig seinen Beitrag zur Entwicklung des Vereins leisten.“ Reiter selbst erklärte, dass er bereits als Fünfjähriger Fan seines „Herzensvereins“ gewesen sei.
„Es geht hier nicht um Fußball oder Fanleidenschaft, sondern um politische Integrität und die Glaubwürdigkeit unseres Rathauses. Für städtische Beschäftigte gelten strenge Regeln – diese sollten erst recht für den Oberbürgermeister gelten.“
Reiter strebt an diesem Wochenende eine erneute Wahl zum Münchner Oberbürgermeister an. Es wäre seine dritte Amtszeit, wobei Umfragen ihn deutlich vor seinen Herausforderern von Grünen und CSU sehen.