Tragischer Hintergrund: Warum der Deutschland-Gegner nur mit einem Auge spielt
Magdeburg – Antonio Serradilla (27), der kommende Neuzugang beim SC Magdeburg, fiel im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland durch seine zahlreichen Zweikämpfe auf. Auffällig war, dass der Spanier als einziger Spieler mit einer Sportbrille auf dem Spielfeld stand. Doch was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Accessoire?
Während seiner Spielzeit beim spanischen Erstligisten BM Logroño La Rioja erlebte Antonio Serradilla eine dramatische Wendung in seiner Karriere. Im April 2021 kam es zu einer Netzhautablösung am rechten Auge, und die Ärzte entdeckten einen Tumor.
Der damals 22-Jährige entschied sich für die operative Entfernung des betroffenen Auges, anstatt mehrere kleine Eingriffe durchzuführen, die ein Risiko für einen Rückfall mit sich gebracht hätten. Die Operation verlief erfolgreich, und bereits fünf Monate später kehrte Serradilla auf das Spielfeld zurück.
Dass er weiterhin auf hohem Niveau spielen kann, betrachtet er keineswegs als selbstverständlich: „Ich bin sehr dankbar, dass ich noch Handball spielen darf. Dafür danke ich Gott“, erklärte er gegenüber der Bild.
Mit zwei Siegen und einer Niederlage in der Gruppenphase der Europameisterschaft steht der 27-Jährige mit Spanien nun in der Hauptrunde.
Im Jahr 2024 wechselte er erstmals zum SC Magdeburg, bevor er nach einer Saison und dem Gewinn der Champions League zum TVB Stuttgart wechselte. Der Kontakt zum Trainerstab des SCM blieb jedoch bestehen, sodass Serradilla in der kommenden Saison an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.
Sein Profidebüt gab der 1,98 Meter große Linksrückraumspieler bereits 2018 in Spanien. Mittlerweile absolvierte er 22 Länderspiele für die spanische Nationalmannschaft und erzielte dabei 15 Tore. Er ist vor allem als Abwehrspezialist bekannt.
Beim TVB Stuttgart wurde der Defensivspieler auch im Angriff eingesetzt und konnte dort seine Offensivqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Gerade wegen seiner Vielseitigkeit ist er für den SC Magdeburg so wertvoll.
Ob SCM-Trainer Bennet Wiegert (43) diese Flexibilität nutzen und Serradilla auch offensiv einsetzen wird, ist derzeit noch offen.