zurück

Nadine Angerer in Sachsen: Weltfußballerin zeigt Schwächen bei Leipzig-Fragen

Leipzig – Während am Sonntagabend über 10.000 Besucher das Konzert von Xavier Naidoo in der Leipziger Arena genossen, fanden sich in einem deutlich kleineren Rahmen etwa 100 Gäste ein, um spannende Geschichten der ehemaligen Torhüterin Nadine „Natze“ Angerer (47) zu hören. TAG24 war im „Central Kabarett“ mit dabei und entdeckte bei der Fußball-Ikone einige Lücken im Wissen.

„Als ich erfahren habe, dass Leipzig auf meiner Tour steht, habe ich mich riesig gefreut – obwohl ich die Stadt eigentlich kaum kenne“, eröffnete die frühere Nationaltorhüterin vor ihrem vorwiegend weiblichen Publikum. „Doch jedes Mal, wenn ich hier bin, fühle ich mich unglaublich wohl.“

Dass sie in Sachen Messestadt nicht ganz auf dem neuesten Stand ist, wurde bei einer von ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann (61) initiierten Quizrunde deutlich.

So lag „Natze“ zum Beispiel falsch, als sie annahm, dass Leipzigs Frauenfußballteam bereits seit 2020 in der Bundesliga spielt – tatsächlich ist das erst seit 2023 der Fall. Auch konnte sie nicht beantworten, was beim RB-Herren-Team erstmals seit dem Aufstieg 2016 eintrat – nämlich das Verpassen der Qualifikation für den internationalen Wettbewerb.

Dass vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern am Samstag ein erfahrener Profi seine Karriere beendet hat, war Angerer zwar bekannt, doch der Name Kevin Kampl (35) fiel ihr nicht ein.

Auch bei der letzten Frage patzte die heute in Bad Nauheim lebende Ex-Fußballerin, die inzwischen als Torwarttrainerin der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft tätig ist. Sie wusste nicht, dass RB Leipzig der erste deutsche Bundesligist ist, bei dem eine Frau – Tatjana Haenni (59) – die Vereinsführung innehat.

Obwohl die Fragerunde aus Sicht der zweifachen Weltmeisterin und fünffachen Europameisterin nicht optimal verlief, konnte „Natze“ mit interessanten und humorvollen Anekdoten aus ihrer Karriere überzeugen.

Dabei tauschte sie sich immer wieder mit ihrer früheren DFB-Teamkollegin Viola Odebrecht (47) aus, die seit 2019 als sportliche Leiterin der RB-Frauen fungiert. In ihrer Position sorgt sie dafür, dass die Neuzugänge möglichst eigenständig agieren. „Ich finde es erschreckend, dass manche männlichen Kollegen nicht einmal wissen, wo sie sich ummelden müssen.“

Die ehemaligen Mitspielerinnen erinnerten sich auch an die erste Meisterschaft mit Turbine Potsdam im Jahr 2004 zurück. Nach einem 7:2-Sieg in Frankfurt warteten 5.000 Fans in Brandenburgs größter Stadt auf ihre Heldinnen. „Dann stieg Bernd Schröder aus, griff zum Mikrofon und verkündete: ‚Wir haben den Kapitalismus besiegt!‘“

Der heute 83-jährige Trainer habe „jedes Mal vor dem Spiel“ zu seinem Team gesagt: „Ihr spielt nicht nur für uns, sondern für die Stadt, die Region und den Osten.“ Als gebürtige Bayerin konnte Angerer diese Haltung zwar nicht ganz nachvollziehen, nahm jedoch immer daran teil. Das Leipziger Publikum reagierte mit Lachen und Applaus – wie so oft an diesem entspannten Abend.