Vor dem Goldenen Oval am Sonntag: Diese Bitte äußert Leichtathletik-Star Gina Lückenkemper
Dresden – Ohne Zweifel ist Gina Lückenkemper (29) das prominenteste Gesicht der deutschen Leichtathletik: Europameisterin 2022 über 100 Meter sowie Olympiasiegerin und WM-Bronzemedaillengewinnerin mit der Sprintstaffel. Die Berlinerin feiert beim Goldenen Oval (31. Mai) im Heinz-Steyer-Stadion ihren Saisonauftakt.
Für die 29-Jährige ist es wichtiger als eine Spitzenzeit, dass es in Deutschland mehr hochkarätige Leichtathletik-Events gibt. Wird Dresden ihrer Forderung zufolge bald im internationalen Wettbewerb eine höhere Bedeutung erlangen?
Momentan ist das Goldene Oval, das vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) organisiert wird, beim Weltverband als Silber-Meeting eingestuft – die dritthöchste Veranstaltungskategorie. Genau diesen Punkt griff die Sprint-Ikone aus ihrem Trainingslager in Florida kritisch auf: „Wir haben hierzulande kein einziges Gold-Meeting, während die Schweiz gleich zwei Diamond-League-Events veranstaltet!“
Lückenkemper sieht das Goldene Oval als wichtigen Baustein an. „Dennoch gibt es weiterhin viel zu tun, damit deutsche Athleten auf großen Bühnen auftreten und wertvolle Wettkampferfahrung sammeln können“, erklärt sie.
Der Hintergrund: Als Gastgebernation kann Deutschland mehr Startplätze an eigene Sportler vergeben, die dadurch wichtige Weltranglistenpunkte sammeln können.
Die Bedeutung Dresdens für die Leichtathletik ist somit eindeutig. Entsprechend gespannt blickt Gina ihrem 100-Meter-Rennen entgegen.
Nach dem Halbfinale um 15:30 Uhr bildet das Finale um 17:45 Uhr den Höhepunkt des Wettkampftages. Was erwartet die Sprint-Spezialistin? „Es wäre schon sehr überraschend, wenn wir an meine persönliche Bestleistung herankommen. Trotzdem möchte ich natürlich eine schnelle Zeit laufen. Mal sehen, was möglich ist“, so Lückenkemper.
Ihre Bestmarke steht bei 10,93 Sekunden. 1977 erzielte Marlies Göhr beim Goldenen Oval in Dresden mit 10,88 Sekunden sogar eine noch schnellere Zeit. Das Stadion und die Bahn galten damals als äußerst schnell.
Wie sieht es heute in der modernisierten Arena aus? „Die Bahn ist gut. Beim letzten Jahr bei den Deutschen Meisterschaften hatte ich allerdings nur Läufe gegen den Wind. Obwohl ich in Form war, unter elf Sekunden zu bleiben, war das bei zwei Metern Gegenwind eine große Herausforderung“, berichtet Lückenkemper schmunzelnd und fügt hinzu:
„Ich halte es jedoch für möglich, dass in Dresden wieder schnelle Zeiten erzielt werden können – vorausgesetzt, der Wind spielt mit.“