zurück

Olympische Spiele in Köln: Wer trägt eigentlich die Kosten?

Köln – Die olympische Flamme lodert vor dem Kölner Dom, ein Marathonlauf führt entlang des Rheins durch die Innenstadt, und in der Lanxess-Arena versammeln sich die Stars der internationalen Turnszene – die Vorstellung, die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in NRW auszurichten, könnte tatsächlich Wirklichkeit werden. Doch wer übernimmt eigentlich die Finanzierung?

Die Ausrichtung der letzten Olympischen Sommerspiele in Paris kostete insgesamt 4,8 Milliarden Euro. Das ist eine stattliche Summe – gerade für eine Stadt wie Köln, die finanziell eher knapp bei Kasse ist.

Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) beruhigt jedoch im Podcast „INSIDE Stadt Köln“: „Das gesamte Budget wird komplett privat finanziert, kein öffentlicher Euro fließt in diesen Etat.“

Darüber hinaus würde das Sportevent auch Einnahmen generieren, zum Beispiel durch den Verkauf von Eintrittskarten und einen damit verbundenen Tourismusschub.

Paris habe etwa einen Überschuss von rund 70 Millionen Euro erzielt, so Burmester, der außerdem betont: „Da wir in NRW eine viel größere Anzahl an Tickets anbieten könnten, rechnen wir mittlerweile mit einem Gewinn von mindestens 370 Millionen Euro. Daher handelt es sich um eine exzellente und sorgfältig geplante Veranstaltung.“

Natürlich müssten für die Austragung der Spiele auch beträchtliche Investitionen getätigt werden, etwa in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder die Modernisierung der Sportanlagen. Doch wie der SPD-Politiker erklärt, seien diese Maßnahmen ohnehin dringend notwendig: „Es wird einen wichtigen Impuls für Sanierungen geben. Nach unserer Einschätzung benötigen rund 80 Prozent der Kölner Sportstätten eine grundlegende Erneuerung.“

Zusätzlich hat die Stadt ein Konzept entwickelt, das auf teure Neubauten weitgehend verzichtet. Stattdessen sollen vorhandene Sportstätten genutzt und modernisiert werden, berichtet Sven Stolz, Leiter des Kölner Sportamts.

So könnten beispielsweise in der Lanxess-Arena Disziplinen wie Bodenturnen, Geräteturnen oder rhythmische Sportgymnastik stattfinden, während im RheinEnergie-Stadion Fußball- und Rugbymatches ausgetragen werden. Auf den Jahnwiesen vor dem Stadion wären Wettbewerbe im Bogenschießen möglich, und im Sportpark Müngersdorf könnten die Radrennen abgehalten werden.

Temporäre Bauten sollen die bestehenden Anlagen nur ergänzen, erklärt Stolz: „Es werden keine sogenannten ‚weißen Elefanten‘ entstehen – also überdimensionierte Arenen, die nach den Spielen ungenutzt bleiben und verfallen.“

Ein passendes Beispiel dafür findet sich im Kölner Norden. Dort wird seit Jahren das Stadtquartier Köln-Kreuzfeld geplant. Die Olympischen Spiele könnten hier als Impulsgeber dienen: Auf dem Gelände sollen das Olympische Dorf sowie ein temporäres Leichtathletikstadion errichtet werden, die nach Abschluss der Spiele in Wohnraum umgewandelt werden.

Bis zum 19. April haben die Kölnerinnen und Kölner die Möglichkeit, in einem Ratsbürgerentscheid darüber zu bestimmen, ob sich die Domstadt zusammen mit 16 weiteren Städten in NRW tatsächlich für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll.