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Olympia-Bewerbung steht auf der Kippe? Kölner OB fordert stärkeren Rückhalt

Von Jonas-Erik Schmidt

Köln – Torsten Burmester (63, SPD), Oberbürgermeister von Köln, plädiert für eine breite Unterstützung der Olympia-Bewerbung Nordrhein-Westfalens und warnt vor den Konsequenzen eines knappen Ergebnisses bei den anstehenden Bürgerentscheiden.

Ohne eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung werde das Vorhaben politisch an Bedeutung verlieren, erklärte Burmester gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „50 Komma irgendwas Prozent reichen nicht aus“, so der Stadtchef.

Er hob hervor, dass Nordrhein-Westfalen geschlossen auftreten müsse, um im weiteren Auswahlverfahren nicht ins Hintertreffen zu geraten. „Eine Entscheidung von solcher Tragweite braucht eine breite Zustimmung“, sagte er.

NRW will gemeinsam mit München, Berlin und Hamburg als deutscher Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 antreten.

Voraussetzung für die Bewerbung sind jeweils positive Ergebnisse bei Bürgerentscheiden in allen beteiligten Kommunen. In München votierten Ende Oktober bereits 66,4 Prozent der Wähler für das Olympia-Projekt.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) plant, bis Herbst 2026 zu entscheiden, welche deutsche Stadt den Zuschlag für die internationale Konkurrenz erhält.

In NRW rückt zuletzt Köln stärker in den Fokus der Bewerbung. Die Domstadt wird nun als „Leading City“ bezeichnet. So ist beispielsweise vorgesehen, dass in Köln das potenzielle Leichtathletikstadion für die Spiele errichtet wird.

Burmester betonte, dass Köln ein solches Großereignis bewältigen könne. Gleichzeitig verwies er auf die Vorteile des NRW-Konzepts, bei dem mehrere Städte gemeinsam beteiligt sind.

Mit seiner dichten städtischen Struktur und den vorhandenen Sportstätten biete das Rhein-Ruhr-Gebiet optimale Rahmenbedingungen. NRW könne auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen und müsse nicht auf kostspielige Neubauten setzen.

Geplante temporäre Sportanlagen könnten nach den Spielen weiterhin genutzt werden – so sei etwa im temporären Leichtathletikstadion der Umbau zu Wohnraum denkbar.

Burmester wurde im September 2025 zum Oberbürgermeister Kölns gewählt. Zuvor leitete er den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Vorstandsvorsitzender.