Leipziger Nationalspieler bricht nach Ost-Derby in Tränen aus: „Man schämt sich“
Leipzig – Am Sonntag trennten den SC DHfK Leipzig nur wenige Zentimeter vom Sieg gegen den ThSV Eisenach – oder alternativ einer Niederlage ohne Punkte. Dass der eine Zähler aus dem hart umkämpften 29:29 wie ein Trostpflaster wirkt, wurde nach dem Spiel besonders durch die Tränen von Leipzigs Nationalspieler Franz Semper (28) deutlich.
„Mir fehlen fast die Worte“, äußerte Semper (8 Tore), der sichtlich mit seinen Emotionen kämpfte, nach dem Schlusspfiff. „Am Ende sind es vor allem Dean Bombac und ich, die als Führungsspieler vorangehen sollten – und ausgerechnet wir beide machen Fehler, die direkt zum Gegentor führen. Das ist einfach unverständlich.“
Kurz vor dem Ende wurde Semper zum unglücklichen Protagonisten des Spiels: Sein letzter Wurf wurde vom ThSV-Keeper Spikic pariert, wodurch Eisenach noch die Chance auf den Sieg bekam. Dennoch gelang es dem SC DHfK, die letzten 40 Sekunden ohne Gegentor zu überstehen und somit das bereits sechste Unentschieden dieser Saison zu sichern.
„Wir haben zuhause noch keinen einzigen Sieg – ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll“, gab Semper zu, der mit sich selbst hart ins Gericht ging und dem einzelne Tränen über die Wangen liefen. „So einen Fehler selbst zu machen – man schämt sich wirklich.“
Obwohl das Remis gegen die Thüringer bei den Leipziger Anhängern für viele enttäuschte Gesichter sorgte, gab es kurz vor Spielbeginn eine Nachricht, die Hoffnung und Zuversicht in dieser schwierigen Phase verbreitete: Der Verein verkündete, dass Franz Semper seinen Vertrag beim SC DHfK, unabhängig von der Liga, bis zum Jahr 2030 verlängert hat!
„Ich möchte aber nicht, dass das zu sehr in den Vordergrund rückt, denn mein Fokus liegt darauf, den Klassenerhalt in der ersten Liga zu schaffen“, erklärte der 28-Jährige selbst. „Dafür haben wir noch alle Möglichkeiten, und ich werde alles dafür geben, diese zu nutzen!“
Trotz der verständlichen Enttäuschung darf nicht unerwähnt bleiben, dass Leipzig durch das Unentschieden am Sonntag den letzten Platz in der Tabelle verlassen und ihn an Wetzlar abgegeben hat.
Beide Mannschaften besitzen zwar gleich viele Punkte und sogar dieselbe Tordifferenz, aber Leipzig hat bisher aus terminlichen Gründen ein Spiel weniger absolviert als der Konkurrent.