DHfK Leipzig droht Bundesliga-Abstieg? Geschäftsführer überrascht, „dass die Jungs das Szenario so weit wegschieben“
Leipzig – Wenn der wohl bekannteste Handball-Podcast des Landes eine Folge unter dem Titel „Leipzig im Abstiegskampf“ veröffentlicht, ist klar, dass die Situation ernst ist. Zu Gast bei „Kretzsche & Schmiso“ war DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther (45).
Podcasthost und Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar (53) fragte: „Was würde ein Abstieg in die 2. Bundesliga für Leipzig bedeuten?“ Günther antwortete: „Sollte es tatsächlich so kommen – und so blauäugig sind wir nicht, diesen Fall auszuschließen –, dann würden wir alles daransetzen, in der kommenden Saison als Bundesliga-Klub Nummer 19 zurückzukehren. Mit den Menschen, dem Kern der Mannschaft, die dann da ist, und einigen gezielten Anpassungen.“
Günther betonte, dass er offen mit den Spielern über die Abstiegsgefahr spreche und dabei oft erstaunt sei, wie sehr manche das Thema „sehr, sehr weit wegschieben“ und dennoch überzeugt davon sind, den Klassenerhalt zu schaffen.
„Natürlich ist es gut, wenn wir daran glauben. Aber wenn wir ab April oder Mai schweißgebadet aufwachen und nicht wissen, wie es ab dem 8. Juni weitergeht, falls es doch nicht klappt, gewinnen wir keine Spiele. Das müssen wir vorher klären“, erklärte Günther. Genau diesen schwierigen Dialog führe man derzeit.
„Die Spieler haben nur eine begrenzte Karriere im Handball, in der sie alles geben wollen und müssen. Wir suchen nach Wegen, um mit vielen von ihnen auch weiterhin zusammenzuarbeiten“, so der Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig.
„Es hat eine Weile gedauert, bis man das für sich selbst offen aussprechen und das Undenkbare als möglich akzeptieren konnte. Seitdem wir das tun und aktiv angehen, fällt es leichter“, berichtete Günther. Seither kehre auch eine gewisse Freude und „positive Begeisterungsfähigkeit“ zurück.
Auch bei der Kaderplanung gebe es Fortschritte: „Wir haben für die nächste Saison die Positionen Linksaußen, Rechtsaußen, Kreis und Torwart besetzt und arbeiten derzeit am Rückraum, da dort im schlimmsten Fall aktuell nur Caspar Gauer unter Vertrag steht.“ Für die kommenden zwei Wochen seien weitere Gespräche geplant, um mehr Planungssicherheit zu schaffen. Dadurch wolle man sich ab dem 29. März, pünktlich zum wichtigen Heimspiel gegen Eisenach, voll auf das Spiel konzentrieren können, erklärte der DHfK-Chef.
„Ich verstehe jeden, der am Ende sagt: ‚Für mich ist das nicht vorstellbar, ich will in der ersten Liga spielen.‘ Auch dafür müssen wir Lösungen finden. Niemandem will ich deswegen böse sein, aber ein offenes Gespräch darüber ist sehr wichtig – und genau das führen wir. Sollten wir zu Ergebnissen kommen, werden wir diese transparent kommunizieren.“
Erst am Dienstagabend hatte der SC DHfK bekanntgegeben, dass Lucas Krzikalla den Verein nach 16 Jahren zum Sommer verlassen wird.