DHfK-Kapitän Lukas Binder im TAG24-Interview: „Der Druck ist riesig“
Leipzig – Am Donnerstag steht für den SC DHfK Leipzig das erste von drei entscheidenden Spielen im Kampf gegen den Abstieg auf dem Programm. Um 19 Uhr tritt das Team gegen die MT Melsungen an. TAG24 sprach mit Mannschaftskapitän Lukas Binder (33), um mehr über die Stimmung im Team zu erfahren und herauszufinden, warum die Sachsen auch in der kommenden Saison in der stärksten Liga der Welt vertreten sein könnten.
„Die Quoten stehen nicht gerade zu unseren Gunsten“, erklärt Binder nach einer Trainingseinheit am Dienstag im Gespräch mit TAG24. „Die Zahlen sind ehrlich. Wir stehen genau da, wo wir stehen, weil wir wohl nicht gut genug waren. Jetzt brauchen wir vor allem eins: Vertrauen in uns selbst. Wenn wir unsere drei letzten Spiele gewinnen, bleiben wir wahrscheinlich drin – aber sicher ist das nicht.“
Trotz der angespannten Lage herrscht laut dem Kapitän eine gute Atmosphäre innerhalb der Mannschaft. Die Länderspielpause am vergangenen Wochenende und der damit verbundene Tapetenwechsel für einige Spieler hätten sich als positiv erwiesen: „Vor allem unsere tschechischen Nationalspieler sowie Domenico Ebner aus Italien haben starke Leistungen gezeigt, das gibt natürlich Selbstvertrauen, das sie jetzt mit ins Team einbringen. Aber in den verbleibenden zwei Tagen müssen wir unseren Fokus schärfen für das, was hier vor uns liegt.“
Es fällt den Spielern momentan jedoch schwer, außerhalb der Halle abzuschalten. „Der Druck ist enorm“, gibt Binder offen zu, der seit 2008 beim SC DHfK Leipzig spielt. „Man will einfach nur aufs Feld und sein Bestes geben, man will Punkte holen.“
Warum die Grün-Weißen drei Spieltage vor dem Saisonende auf dem letzten Tabellenplatz feststecken, ist nach wie vor schwer zu erklären.
„Wir hatten viele Phasen, besonders zu Beginn der Partien oder etwa nach 15 Minuten, in denen wir plötzlich sechs, sieben Tore zurücklagen“, bilanziert Binder. „Natürlich arbeiten wir daran, solche Situationen zu vermeiden, und ich glaube, dass wir das zuletzt besser hinbekommen haben.“ In solchen kritischen Momenten versuche er persönlich, einzelne Spieler zu motivieren: „Es ist effektiver, direkt mit denen zu sprechen, die das Team wieder auf Kurs bringen müssen, und genau zu sagen: 'Jetzt brauche ich dich.'“
Für den Sieg im ersten Endspiel am Donnerstag gegen Melsungen müsse seine Mannschaft vor allem das eigene Tempospiel durchziehen, so Binder. „Das, was uns am Ende der Saison so gefährlich macht, ist, dass für uns wirklich alles auf dem Spiel steht!“