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Mit Rückhalt vom DFB: Das plant Dynamo mit seinen Frauen

Dresden – Wenn in Elbflorenz Länderspiele anstehen, bietet sich ein Besuch beim Sponsor förmlich an. Am Dienstagabend um 17.45 Uhr treten die DFB-Frauen im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Slowenien an. Bereits am Montagnachmittag nutzte Heike Ullrich (56), Vizepräsidentin des DFB für Frauen- und Mädchenfußball, die Gelegenheit, die Produktion in der Gläsernen Manufaktur ganz in der Nähe zu besichtigen. Dabei waren auch Spielerinnen von Dynamo Dresden sowie der Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39) zugegen.

„Dresden ist nicht nur fußballbegeistert, sondern auch stark am Frauenfußball interessiert. Hier ist ein wichtiger Brückenschlag gelungen. Mit der WM 2011 hat man auch international ein hervorragendes Zeichen gesetzt“, erläutert Ullrich.

Die 56-Jährige ergänzt: „Ich finde es großartig, wenn Vereine wie Dynamo eigeninitiativ Mädchen- und Frauenfußball fördern. Das Entwicklungstempo ist vielleicht etwas langsamer als von manchen gewünscht, doch lieber geht man Schritt für Schritt sicher vor, als gleich den Titel der Deutschen Meisterschaft anzustreben.“

Aus diesem Grund hat sich auch Dynamos Sportchef intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt: „Ich nehme die Angelegenheit genauso ernst wie den Männerfußball“, betont Gonther.

Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass seine Tochter selbst Fußball spielt. „Im nächsten Jahr könnte es sogar ein spannendes Derby geben“, so Gonther. Zurzeit führt Dynamos Frauenteam in der Landesklasse Ost ungeschlagen die Tabelle an.

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„Die Saison macht richtig Spaß. Es ist toll, eine Mannschaft und einen Verein hinter sich zu wissen. Siege sind natürlich immer schön, gerne auch deutlich“, gesteht Mannschaftskapitänin Jo Anne Klinger (24). „Man darf aber nie davon ausgehen, dass alles reibungslos läuft. Wir befinden uns erst in der Halbzeit, da kann noch viel passieren.“

Natürlich ist der Aufstieg in dieser Spielzeit das klare Ziel. Der Kurs stimmt! Zuletzt gab es einen deutlichen 8:0-Sieg gegen den Tabellen-Sechsten Spitzkunnersdorf.

„Letzten Endes spielt man Fußball, um erfolgreich zu sein. Wenn man sieht, was beispielsweise Carl-Zeiss Jena mit seinen Frauen in der Bundesliga geleistet hat, ist das sehr spannend. Aber jetzt gehen wir Schritt für Schritt vor. Vom Verein gibt es die bestmögliche Unterstützung, damit wir erfolgreich sein können“, macht Gonther deutlich.

Er beschäftigt sich derzeit intensiv mit den Verantwortlichen rund um den Frauenfußball. Im Winter hatte natürlich der Männerkader Priorität. „Natürlich lasse ich mich immer auf den neuesten Stand bringen. Noch funktioniert das mit relativ wenig Personal. Doch je höher das Team aufsteigt, desto mehr wird man verstärken müssen“, erklärt der Sportgeschäftsführer.

Der 39-Jährige fügt hinzu: „Ich bin da ganz nah dran und wir werden dann sehen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.“

Und wer weiß – vielleicht steht ja irgendwann auch eine Schwarz-Gelbe in der DFB-Nationalmannschaft. Die Dresdner Kapitänin hat zumindest schon in ihrer Zeit in Jena mit und gegen einige Nationalspielerinnen gespielt.

„Stina Johannes war mal meine Torhüterin. Gegen Giulia Gwinn oder Lena Oberdorf traf ich bei Auswahlturnieren auf sie. Es ist schön zu sehen, wo sie inzwischen angekommen sind. Jetzt unterstützen wir sie als Ballmädchen, und dafür sind wir sehr dankbar“, erzählt die 24-Jährige.

Damit der Mädchen- und Frauenfußball in Dresden und deutschlandweit weiter vorankommt, gibt der DFB nach eigenen Angaben seine bestmögliche Unterstützung.

Ullrich erklärt: „Wir arbeiten mit den Landesverbänden – wie hier in der Produktionshalle – an passgenauen Programmen. Diese unterscheiden sich von Region zu Region, sodass wir mit einem umfangreichen Werkzeugkasten zur Seite stehen und fördern.“