Zukunft nicht mehr selbst bestimmbar: Droht dem Regionalliga-Urgestein das Aus?
Meuselwitz – Steht das Traditions-Team der Regionalliga Nordost in zwei Wochen vor dem Aus? Die weitere Entwicklung des ZFC Meuselwitz liegt nicht mehr in den Händen der Thüringer. Die Entscheidung fällt maßgeblich durch Lok Leipzig.
Schafft es Lok Leipzig, die Relegation gegen die Würzburger Kickers zu gewinnen, bleibt Meuselwitz in der sogenannten "kleinen Champions League des Ostens". Gelingt dies nicht, muss der Regionalliga-Dino erstmals den Gang in die niedrigere Spielklasse antreten.
Seit Einführung der DFB-Ligareform gehören die Meuselwitzer zur Oststaffel – neben der U23 von Hertha BSC sind sie der einzige Verein, der jede Spielzeit durchgehend bestritten hat. Für zahlreiche Anhänger und Verantwortliche verkörpert der Club das klassische Bild dieser Liga.
In 14 Spielzeiten kämpfte Meuselwitz häufig gegen den Abstieg, wurde oft schon abgeschrieben – dennoch gelang der Mannschaft immer wieder der Klassenerhalt. Während der Corona-Saison 2020/21 profitierte das Team, das auf Platz 17 lag, vom vorzeitigen Saisonabbruch.
Ohne die Unterstützung von Lok Leipzig in diesem Jahr wird es für Meuselwitz schwer, die Klasse zu halten. Mit fünf Punkten Rückstand auf den 15. platzierten Greifswalder FC und zuletzt sechs sieglosen Spielen rangiert der Club derzeit nur auf Rang 16 – was in dieser Saison den Abstieg bedeuten könnte.
Nach dem 32. Spieltag und einer deutlichen 0:4-Heimniederlage gegen Konkurrent Chemie Leipzig rutschte Meuselwitz auf den gefährdeten Abstiegsplatz ab und konnte sich im Saisonfinale nicht mehr davon befreien.
Als sicher abgestiegen gelten der FC Eilenburg (17. Platz) sowie Hertha Zehlendorf (18. Platz).
Trainer Georg-Martin Leopold (48) äußerte sich nach dem 1:1 beim letzten Spieltag in Luckenwalde gegenüber Ostsport.TV optimistisch: „Ich habe heute nicht das Gefühl, dass dies mein letzter Besuch hier war. Ich glaube fest daran, dass unser Meister stark genug ist, die Herausforderung zu meistern – und darauf vertraue ich.“
Das bedeutet jedoch auch, dass Meuselwitz bis zum 1. Juni, dem Termin des Rückspiels, in Unsicherheit schwebt. Auch für Trainer Leopold, dessen Vertrag erst Mitte April verlängert wurde.
Auf die Frage nach seiner eigenen Zukunft im Falle eines Abstiegs ging der Coach ausweichend ein: „Ich habe mich mit dem Präsidenten abgestimmt. Wir befinden uns momentan in einer sehr intensiven Saisonanalyse.“
Diese soll nach Abschluss der Relegation beendet sein, „danach wird der Präsident, denke ich, eine wohlüberlegte Entscheidung treffen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch im nächsten Jahr in der Regionalliga spielen werden.“
Zum ersten Mal seit zwölf Jahren liegt das Schicksal des Regionalliga-Dinos nicht mehr in den eigenen Händen.
Regionalliga Nordost Tabelle
Der Meister der Saison 2026 tritt am Ende der Spielzeit in zwei Aufstiegsspielen gegen den Gewinner der Regionalliga Bayern an. Der Sieger dieser Begegnung steigt in die 3. Liga auf. Maximal vier Teams steigen abhängig von den Absteigern aus der 3. Liga ab.