Bald beginnt die WM hier – doch von Vorfreude ist wenig zu spüren
Mexiko (Mexiko-Stadt) – Statt Euphorie herrscht Unruhe: Kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaft zeigt sich im Co-Gastgeberland Mexiko kaum Fußballbegeisterung. Aktuell dominieren gewaltsame Ausschreitungen die Nachrichten.
Am Montag kam es in Mexiko-Stadt zu heftigen Zusammenstößen zwischen tausenden Demonstranten und der Polizei.
Wie mehrere Medien berichten, ist die Eskalation der Gewalt auf Protestaktionen der Lehrergewerkschaft CNTE zurückzuführen, die unter anderem eine Rentenreform, höhere Löhne sowie verbesserte Arbeitsbedingungen fordert.
Die Demonstranten zogen demnach mit Parolen gegen die Regierung durch das Stadtzentrum in Richtung Zócalo, wo während des großen Turniers vom 11. Juni bis 19. Juli eine umfangreiche Fan-Zone eingerichtet werden soll.
Als sie begannen, Absperrungen und Zäune dort aufzubrechen, griffen Sicherheitskräfte ein und setzten Tränengas ein, was die Situation weiter verschärfte.
Im Anschluss eskalierte die Lage völlig, nachdem Protestierende mit Feuerwerkskörpern auf die Einsatzkräfte warfen. Dabei wurden mindestens zwei Lehrer verletzt.
Die ohnehin angespannte Lage in Mexiko droht sich zu verschlimmern, da Medienberichten zufolge die Gewerkschaft angekündigt hat, während des Turniers „Millionen“ von Lehrkräften in die Hauptstadt zu mobilisieren, falls die Regierung ihre Forderungen nicht erfüllt.
Darüber hinaus ist bei einem Scheitern der Verhandlungen mit landesweiten Streiks zu rechnen. Von WM-Freude kann so kaum die Rede sein.