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Nach nur sieben Monaten: Werder Bremen entlässt Horst Steffen

Von Claas Hennig

Bremen – Werder Bremen hat sich nach lediglich sieben Monaten von Trainer Horst Steffen (56) getrennt. Der derzeit 15. der Fußball-Bundesliga reagierte damit auf eine Serie von zehn Spielen ohne Sieg. Nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach beträgt der Abstand zum Relegationsplatz nur noch einen Punkt.

„Diese Entscheidung fiel uns nicht leicht, doch wir zweifeln daran, dass Horst gemeinsam mit der Mannschaft nach dieser anhaltenden Negativserie die Wende schaffen kann“, erklärte Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz (45) laut einer Klub-Mitteilung.

Fritz betonte, dass die Entscheidung besonders schwergefallen sei, „weil wir Horst sehr schätzen. Allerdings basiert sie auf einer gründlichen Bewertung der sportlichen Lage und den jüngsten Gesprächen. Deshalb haben wir uns entschlossen, Horst freizustellen.“

Als Übergangslösung übernehmen zunächst die beiden Co-Trainer Raphael Duarte (29) und Christian Groß (36) die Verantwortung. „Wir sind intensiv auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer und werden uns die nötige Zeit nehmen, um die bestmögliche Lösung für Werder zu finden“, so Fritz weiter.

Steffen war erst zu Beginn dieser Saison als Nachfolger von Ole Werner (37), dem heutigen Trainer von RB Leipzig, verpflichtet worden. Zuvor hatte er bei der SV Elversberg mit großem Erfolg gearbeitet. Mit 56 Jahren begann der ehemalige Bundesliga-Profi von Bayer Uerdingen und Borussia Mönchengladbach damit seinen ersten Trainerjob in der höchsten Spielklasse.

Nach einem vielversprechenden Saisonstart und einer erfolgreichen Herbstphase geriet Steffen mit Werder ab Ende November in eine Krise.

Nach dem Unentschieden gegen Gladbach liegt der Verein nur noch einen Zähler vor dem Relegationsplatz, womit ein dritter Bundesliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte droht.

Für die sportliche Misere trägt Steffen allerdings nicht die alleinige Verantwortung. Sport-Geschäftsführer Fritz und Leiter Profifußball Peter Niemeyer (42) stehen bei den Anhängern sogar noch stärker in der Kritik als der bisher glücklose Trainer.

Neben unglücklichen Verletzungen stellt die Kaderplanung in Bremen das Hauptproblem dieser Saison dar. Viele Neuzugänge kamen erst spät und wurden nur auf Leihbasis verpflichtet. Als Verstärkung hat sich bislang vor allem der Japaner Yukinari Sugawara bewährt.

Tabellenstand der 1. Bundesliga

Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Verein, der zum Saisonende auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 führen direkt in den Abstieg in die 2. Bundesliga. Das drittletzte Team (Rang 16) muss in der sogenannten Relegation um den Verbleib in der Liga kämpfen. Dort trifft es auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.