Offene Abwehr statt sicherem Bollwerk: Warum die Eintracht Frankfurt einfach nicht mehr dicht macht
Frankfurt am Main – Jede Woche ein neues Debakel in der Defensive! Eintracht Frankfurt bekam in den vergangenen fünf Bundesligaspielen immer mindestens drei Gegentore eingeschenkt. Woran liegt die eklatante Schwäche der SGE in der Abwehr?
Auch im jüngsten Duell mit Bayer Leverkusen musste die Frankfurter Eintracht am Samstag erneut drei Gegentreffer hinnehmen und erhöhte damit die Gesamtzahl der Gegentore auf 45 – die schlechteste Abwehr der gesamten Bundesliga!
Mittlerweile ist das kein Ausrutscher mehr, sondern ein gefährlicher Warnhinweis, der womöglich den Einzug ins internationale Geschäft kostet!
Bis vor Kurzem wurde die schwache Defensive vor allem auf das offensiv ausgerichtete System des mittlerweile entlassenen Trainers Dino Toppmöller (45) zurückgeführt. Doch ist das wirklich die alleinige Ursache?
Die Antwort darauf lautet eindeutig – Nein!
Auch unter interimsmäßiger Leitung von Dennis Schmitt (32), der die Mannschaft tendenziell defensiver aufstellen ließ, setzte sich die Gegentorflut ungebremst fort.
Vielmehr müssen nun die Spieler selbst ihre individuellen Leistungen kritisch hinterfragen. Immer wieder unterlaufen eigentlich verlässlichen Leistungsträgern wie Robin Koch (29) oder Nnamdi Collins (22) individuelle Fehler, die sofort bestraft werden. In der Abwehrkette um diese Spieler sowie Arthur Theate (25) und Nathaniel Brown (22) mangelt es häufig an gemeinsamer Abstimmung, die Abstände sind zu groß und das Defensivverhalten zu schwach.
Ein Blick auf das Abwehrverhalten zeigt: Laut dem Fachmagazin „Kicker“ liegt die SGE unter dem Bundesliga-Schnitt bei den gewonnenen Zweikämpfen mit 48 % (Liga-Durchschnitt: 50 %) sowie bei den gewonnenen Luftduellen mit 44 % (Liga-Schnitt: 50 %).
Diese Zahlen deuten weniger auf eine hoch stehende Abwehrkette hin, sondern vielmehr auf fehlenden Einsatz und Durchsetzungskraft.
Auch bei der Anfälligkeit gegen Flanken im hohen Ballbesitz tragen die beiden Torhüter Michael Zetterer (30) und Kauã Santos (22) eine Mitverantwortung. Beide wirken verunsichert und geben ihren Vorderleuten nicht die notwendige Sicherheit, wie es früher ein Kevin Trapp (35) vermochte.
Nicht zuletzt muss die unausgewogene Kaderzusammenstellung von Sportdirektor Markus Krösche (45) kritisiert werden. Gerade in der Defensive und im defensiven Mittelfeld mangelt es an Qualität und Tiefe.
Frankfurt knickt ein, sobald es schwierig wird. Die einstige Moral, die das Team auszeichnete, ist kaum noch erkennbar. Statt der bekannten Adler-Mentalität steht immer mehr die eigene Selbstdarstellung im Vordergrund. Hier ist es dringend erforderlich, dass Krösche nicht nur auf Talententwicklung setzt, sondern auch Persönlichkeiten holt. Vielleicht kann der neue Trainer Albert Riera (43) mit seinem spanischen Temperament eine radikale Wende herbeiführen – allerdings wird das keine einfache Aufgabe.
1. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein auf Platz 1 am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Rängen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) spielt in der Relegation gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga um den Klassenerhalt.