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Neue Anschuldigungen gegen den ehemaligen HSV-Vorstand Kuntz: Anwältin berichtet von Vorfall in der Küche

Hamburg – Erneut gibt es Vorwürfe gegen Stefan Kuntz (63)! Der frühere Sportvorstand des HSV soll mindestens fünf Mitarbeiterinnen des Vereins verbal belästigt haben.

Diese Angaben bestätigte eine Rechtsanwältin, die mehrere der betroffenen Frauen vertritt, gegenüber dem Magazin Stern.

Sie erklärte, dass ihr Mandantinnen im Rahmen der internen Untersuchung der HSV Fußball AG & Co. KGaA über ihren ehemaligen Vorgesetzten Stefan Kuntz von unangemessenen Berührungen, anzüglichen Bemerkungen (insbesondere in Bezug auf die Brust einer Mitarbeiterin), sexuellen Andeutungen sowie eindeutigen Aufforderungen zu intimen Handlungen berichtet hätten.

Auf die Vorwürfe angesprochen, verwies einer der Anwälte Kuntz’ lediglich darauf, dass die gestellten Fragen bereits falsche Behauptungen enthielten, weshalb eine Stellungnahme verweigert wurde.

Unmittelbar nach der Trennung zwischen Kuntz und dem HSV wurde publik, dass Kuntz selbst Strafanzeige erstattet hatte, diese inzwischen aber wieder zurückgezogen wurde. Er schilderte sich darin als Opfer und berichtete von Stalking, anonymen Anrufen sowie Liebesbriefen ohne Absender. Den Angaben zufolge hätten sich die Belästigungen im Laufe der Zeit verstärkt.

Die körperliche Belastung sei erheblich gewesen, Kuntz fühle sich erschöpft. Aktuell soll er sich in medizinischer Behandlung befinden. Während seiner Tätigkeit habe er sich am Arbeitsplatz unsicher und in seiner Freiheit eingeschränkt gefühlt. Fraglich bleibt jedoch, warum er sich nicht an den Verein gewandt hat.

Der HSV hatte ihm nach Erhärtung der Vorwürfe mehrfach die Möglichkeit gegeben, sich zu den Anschuldigungen zu äußern. So hätte er seine Sicht der Dinge schildern können. Aus internen Ermittlungsunterlagen des Vereins, die dem Stern vorliegen, geht jedoch hervor, dass sich die Situationen, wie Kuntz sie darstellt, ganz anders abgespielt haben sollen.

Während Kuntz behauptet, er sei in der Küche an einer Mitarbeiterin vorbeigegangen, schilderte eine der Betroffenen die Situation genau entgegengesetzt: Kuntz soll auf unangemessene Weise ihre Nähe gesucht haben.

Auch ein gemeinsamer Mallorca-Urlaub im November wirft Fragen auf. Dabei soll eine Mitarbeiterin sich in der gleichen Region wie Kuntz aufgehalten und ihn um ein Treffen gebeten haben, was er jedoch abgelehnt haben soll.

Die Anwältin der Frau berichtet jedoch eine andere Version: „Mir liegt Chatkommunikation zwischen einer meiner Mandantinnen und Herrn Kuntz vor, aus der hervorgeht, dass Herr Kuntz während eines Mallorca-Urlaubs dreimal Treffen mit ihr vorschlug, als sich beide zeitgleich dort aufhielten. Er schlug unter anderem vor, sich am Abend auf einen Gin Tonic zu treffen. Zu den Treffen kam es jedoch nicht.“

Auf weitere Anfragen des Stern reagierte Kuntz nicht. Für alle Beteiligten gilt derzeit die Unschuldsvermutung. Ob die Wahrheit jemals ans Licht kommen wird, bleibt abzuwarten.