Mit Gelassenheit und Selbstvertrauen: Dynamos Stürmer Vermeij knackt den Tor-Knoten
Dresden – Wie feiert ein Niederländer einen Doppelpack? „Auf jeden Fall ein Bier, das gönne ich mir“, verriet Vincent Vermeij (31) am Freitagabend nach seinen zwei Treffern beim 3:1-Sieg gegen Darmstadt 98. Abgesehen davon wolle der Angreifer von Dynamo „einfach das Wochenende entspannt genießen“.
Sein Wochenende und der Doppelpack – zugleich seine ersten Tore im Jahr 2026. Zuletzt erzielte Vermeij kurz vor Weihnachten beim Auswärtsspiel in Kiel einen Treffer. „Ich denke, bei mir ist es nicht so offensichtlich wie bei anderen Stürmern, aber trotzdem tut es richtig gut, dass ich wieder getroffen habe“, gab der Niederländer offen zu.
„Es war nie so, dass jemand aus der Mannschaft zu mir gekommen ist und gesagt hat: ‚Du kannst keine Tore schießen‘. Das Vertrauen und die Ruhe – auch vom Trainerteam – waren immer vorhanden. Allerdings habe ich zuletzt schon bessere Leistungen gezeigt, ohne zu treffen. Jetzt spiele ich meiner Meinung nach eher ein durchschnittliches Spiel, mache aber trotzdem zwei Tore. Und das fühlt sich dann einfach großartig an.“
Die Rote Karte für Patric Pfeiffer (26) in der 42. Minute kam Vermeij dabei sicherlich entgegen. Bis dahin hatte der 1,95 Meter große Darmstädter Innenverteidiger die Lufthoheit inne und setzte den einen Zentimeter kleineren Niederländer ordentlich unter Druck.
„In der ersten Hälfte hatte ich zwei Kopfballchancen im Strafraum. Da merkt man schon, wie schwierig es ist gegen so einen großen Gegner“, erklärte Vermeij. „Als er dann vom Platz musste, wurde meine Chance natürlich größer.“
Natürlich nutzte er diese Möglichkeit prompt: Bereits in der 45. Minute köpfte er nach einer Flanke von Ben Bobzien (22) zum 2:1 ein. Den Doppelpack machte er nur zwei Minuten später mit einem platzierten Schuss mit dem rechten Fuß perfekt. Kurz darauf hätte sogar noch mehr drin sein können.
Das Tor stand frei, Vermeij eroberte den Ball am linken Strafraumeck, war sich jedoch unschlüssig, wie er weitermachen sollte. Selbst abschließen, auf Bobzien ablegen oder doch zu Niklas Hauptmann (29) passen? Letztlich entschied er sich zu spät für den Pass auf Bobzien.
„Ja, eigentlich hätte ich den Ball wahrscheinlich sofort annehmen und mit links direkt abschließen müssen“, gestand der 31-Jährige. „Ich denke sogar, das wäre einer der schnellsten Dreierpacks der Geschichte gewesen – noch dazu mit Kopf, rechts und links. Das habe ich mir in der Halbzeitpause auch noch einmal durch den Kopf gehen lassen.“
Am Ende war das jedoch nebensächlich, denn seine beiden Tore waren ausreichend für den dritten Heimsieg in dieser Saison. Das kühle Bier danach hat er sich auf jeden Fall verdient.
Tabelle der 2. Bundesliga
In der Tabelle der 2. Bundesliga hat die Platzierung folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende ist Meister der Zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Das gilt ebenfalls für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.