„Volle Fahrt voraus“: Ex-Dynamo-Coach Koch feiert ersten Sieg in Cottbus, zahlreiche Fragen bleiben offen
Cottbus – Der überraschende Höhepunkt am Finaltag der Amateure: Der Fünftligist VfB Krieschow setzt sich mit 2:1 gegen den Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus durch. Trainer Robert Koch (40) verkündet „Volle Fahrt voraus“, doch viele Unklarheiten bleiben bestehen.
Der Trainer von Krieschow konnte sein Glück nach dem Erfolg kaum fassen: „Normalerweise gewinnst du vielleicht eines von zehn Spielen, heute war genau dieser besondere Tag.“
Seine Mannschaft, die größtenteils aus Freizeitfußballern besteht, zeigte sich bei sommerlicher Hitze hochmotiviert, während Energie aufgrund der anstrengenden Feierlichkeiten nach dem Aufstieg müde wirkte.
Dank eines Abstimmungsfehlers der Cottbuser erzielte Toby Michalski (21) die Führung für Krieschow, die anschließend die bessere Mannschaft blieb.
Erst im zweiten Durchgang erhöhte das Heimteam das Tempo, während Krieschow etwas nachließ. Doch genau während der Druckphase von Cottbus schlug Michalski erneut zu, und die Gäste verteidigten die Führung bis zum Ende tapfer.
Weder der zweite Anzug der Cottbuser noch einige glückliche Schiedsrichterentscheidungen konnten den Krieschower Erfolg schmälern.
Deshalb erteilte Koch später auf der Pressekonferenz den Freibrief zum Feiern: „Heute gibt es keine Grenzen. Wenn du als Oberliga-Dorf so einen Erfolg erzielst, dann heißt es volle Fahrt voraus. Die Nacht wird garantiert sehr lang.“
Dem Coach gelang somit, was ihm als Spieler bei Dynamo verwehrt geblieben war: der erste Sieg in Cottbus. In drei Begegnungen zuvor war Koch zwei Mal als Verlierer aus der Lausitz abgereist, 2014 gelang immerhin ein torloses Unentschieden.
Um diesmal zu triumphieren, wechselte Koch zum Nachbarverein aus der Region. Im zweiten Pokalfinale in seinem zweiten Jahr als Trainer behielt Krieschow erstmals die Oberhand.
Für die kommende Saison bleiben Fragen offen, zum Beispiel: Welche Perspektiven bestehen langfristig für den Standort Krieschow? Der Dorfclub spielt immer wieder mit dem Gedanken, in die Regionalliga aufzusteigen. In diesem Zusammenhang könnte eine gemeinsame Nachwuchsförderung mit Energie von Vorteil sein.
Nach Informationen von TAG24 wurden vor etwa einem Monat konkrete Namen von Cottbuser Nachwuchsspielern im Hinblick auf mögliche Leihgeschäfte diskutiert. Offiziell bestätigt wurde bisher jedoch nichts. Stattdessen unterschrieb unter anderem Leistungsträger Edwin Kracht (18) bei der U23 des 1. FC Nürnberg.
Andere Talente werden beim Greifswalder FC gehandelt. Der scheidende Nachwuchsleiter aus Cottbus, Matthias Rahn (36), versucht seit einiger Zeit, einige junge Energie-Spieler an die Ostseeküste zu vermitteln.