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VAR-Pech für den FC St. Pauli! Wurden die Kiezkicker beim BVB eindeutig benachteiligt?

Hamburg – Nach zwei Niederlagen in letzter Minute in Folge steht der FC St. Pauli mit der enttäuschenden 2:3-Pleite bei Borussia Dortmund nun am Tabellenende. Die Situation vor dem Derby am Freitag (20.30 Uhr) gegen den HSV ist somit äußerst angespannt. Ein wesentlicher Faktor sind dabei mehrere umstrittene Entscheidungen des VAR in den letzten beiden Begegnungen.

Obwohl die Partie beim BVB erst in der Nachspielzeit entschieden wurde, fiel die entscheidende Szene wohl bereits nach etwa 15 Minuten. Verteidiger Nico Schlotterbeck (26) stoppte Arkadiusz Pyrka (23) an der Seitenlinie auf sehr ruppige Weise und erhielt dafür lediglich Gelb.

Diese Entscheidung wurde nicht nur von St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) als zu mild bewertet. „Wie Schlotterbeck da einsteigt, da ist alles gegeben: Er spielt den Ball nicht, der Einsatz ist kniehoch – normalerweise bricht man sich bei so etwas den Fuß, und dann reden wir über eine Rote Karte nach einer Viertelstunde“, erklärte Blessin nach dem Spiel, betonte jedoch auch, dass er kein „schlechter Verlierer“ sein wolle.

Dortmunds Trainer Niko Kovac (54) bezeichnete den Einsteigen als „hartes Foul“ und zeigte Verständnis für die Kritik seines Gegenspielers. „Für uns lief es gut, für St. Pauli eher weniger.“

Es ist kaum nachvollziehbar, warum in dieser Situation der VAR Johann Pfeifer (42) nicht eingegriffen hat, zumal das brutale Foul direkt vor den Augen des nahe stehenden Linienrichters passierte.

Auch der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe (52) äußerte Unverständnis: „Schlotterbeck kommt zu spät, trifft mit dem Stollen voraus und in hoher Geschwindigkeit auf die Achillessehne des Gegners, nachdem der Ball längst gespielt wurde. Das birgt ein hohes Verletzungsrisiko – eine klassische Rote Karte“, erklärte er in einem Video für Bild. „Der VAR hätte hier zwingend eingreifen müssen.“

Aus dem daraus resultierenden Freistoß entwickelte sich die nächste Schlüsselszene: Fabio Silva (23) blockte einen Schuss von Kaar mit dem Ellenbogen, Schiedsrichter Harm Osmers (40) zeigte sofort auf den Punkt. Dieses Mal meldete sich Pfeifer jedoch und nach Sichtung der Bilder nahm Osmers seine Entscheidung wieder zurück.

„Mal wird gepfiffen, mal nicht. Heute werden wir erneut benachteiligt. Der Fußballgott scheint momentan nicht auf unserer Seite zu sein“, kommentierte Blessin sichtlich enttäuscht und bezog sich dabei auf eine ähnliche Szene am Dienstag mit Hauke Wahl (31), bei der ein Handelfmeter gegeben wurde. Rückblickend scheinen beide Entscheidungen jedoch korrekt gewesen zu sein.

In der Nachspielzeit nahm die Partie noch einmal an Fahrt auf. Ricky-Jade Jones (23) foulte Maximilian Beier (23) eindeutig, strittig war aber der Ort des Vergehens. Osmers entschied zunächst auf Freistoß, doch dann meldete sich Pfeifer am Funk.

„Ich war überrascht, dass der VAR sich einmischte. Heute habe ich das Glück, der VAR ist der Unglückliche“, gab Kovac zu. Plötzlich zeigte Osmers auf den Elfmeterpunkt. „Jemand soll mir bitte erklären, ob das Foul nun auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Einstellung gesehen, die das beweist“, haderte Blessin. „Solche Entscheidungen sind spielentscheidend.“

Obwohl nicht klar war, wo genau das Vergehen stattfand, überstimmte Pfeifer Osmers und entschied damit maßgeblich über den Ausgang des Spiels. Denn Emre Can (32) erzielte in der fünften Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für Dortmund.

Kovac brachte es abschließend auf den Punkt: „Am Ende lief es gut für uns, für St. Pauli weniger.“ Für die Kiezkicker ist das besonders bitter, da sie den Punktgewinn mehr als verdient gehabt hätten.

Bundesliga-Tabelle

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende auf Rang 1 steht, ist Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) muss in der Relegation um den Klassenverbleib kämpfen, und zwar gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.