Skurrile Szene: Union-Profi zeigt Schiedsrichter die Rote Karte
Berlin – Noch nach dem Abpfiff war er gefragt. Christopher Trimmel (39), die verlässliche Größe bei Union, obwohl bereits ausgewechselt, gab noch einmal Gas und sprintete in Richtung Mittelfeldkreis. Sein Ziel: der Schiedsrichter.
Doch der Rechtsverteidiger wollte Patrick Ittrich (47) nicht zur Rede stellen. Stattdessen zeigte der Unparteiische ihm die Rote Karte – ein ungewöhnliches Abschiedsgeschenk mit einer besonderen Botschaft.
Was genau darauf stand, ließ Trimmel offen, erwähnte aber, dass ein Autogramm darauf zu finden war. „Ich habe ihm gesagt, er kann die Karte gerne behalten. Oder aber auch wegwerfen, ganz wie er möchte“, scherzte Trimmel im Gespräch mit Sky. „Jetzt gehen wir aber erst einmal etwas trinken.“
Für Ittrich bedeutete dieses Spiel den Abschied. Nach 100 Einsätzen in der 2. Bundesliga und 94 Partien in der Bundesliga legt der beliebte Schiedsrichter seine Pfeife nieder.
„Er ist ein sehr ehrlicher Mensch, der stets den Dialog gesucht hat. Das ist nicht bei jedem Schiedsrichter so. Die Kommunikation mit ihm war immer sehr gut. Wenn ein Schiedsrichter seine Entscheidungen erklärt, freut man sich darüber“, lobte Trimmel den scheidenden Unparteiischen.
Dass Ittrich nach dem Schlusspfiff sogar vor den Union-Fans die La-Ola-Welle anführen durfte, ist ebenfalls eine seltene Szene. „Ich bin einfach nur bewegt und überwältigt“, kämpfte der Schiri bei seinem Abschiedsinterview mit den Tränen.
Das Saisonfinale war nicht nur für ihn ein voller Erfolg. Union Berlin verabschiedete sich von Marie-Louise Eta (34) mit einem regelrechten Spektakel. Mit einem klaren 4:0-Sieg zerstörten die Eisernen Augsburgs leise Hoffnungen auf den Europapokal.
Den Torreigen eröffnete Doppelpacker Andrej Ilic (26), danach sorgten ein Traumtor von Andras Schäfer (27) und ein Treffer des eingewechselten Woo-Yeong Jeong (26) für den deutlichen Endstand. Bemerkenswert: Für Ilic war es der erste Doppelpack seit dem 34. Spieltag der vergangenen Saison – ebenfalls gegen Augsburg.
Mit dem Erfolg sichern sich die Eisernen den elften Tabellenplatz und starten nun in ihr achtes Bundesliga-Jahr. Für die kommende Saison hat Ilic höhere Ziele als nur den Klassenerhalt: „Wir können versuchen, Europa zu erreichen. Ich glaube, das Ziel ist zum Greifen nah.“