Union-Gala zum Abschied von Eta: Schiedsrichter kämpft mit den Tränen und macht La-Ola-Welle vor Zuschauern
Berlin – Ein außergewöhnlicher Moment! Die Interimscoachin Marie-Louise Eta verabschiedete sich mit einem überzeugenden Erfolg. Zum Saisonabschluss besiegte Union Berlin den FC Augsburg mit 4:0 (1:0). Damit endet eine insgesamt enttäuschende Spielzeit zumindest versöhnlich. Überraschenderweise war es jedoch der Schiedsrichter, der vor den Fans die La-Ola-Welle anführte.
Der Klassenerhalt der Eisernen war bereits vor zwei Wochen gesichert, doch die Emotionen griffen schon lange vor dem Anpfiff um sich, denn der Fokus lag auf Abschied und Würdigung.
Neben den Union-Spielern wie Diogo Leite, Danilho Doekhi und Alex Kral sowie Eta, die ab der kommenden Saison offiziell das Frauenteam übernehmen wird, rückte auch der Unparteiische im Vorfeld in den Mittelpunkt.
Für Patrick Ittrich (47) bedeutete die Partie sein letztes Spiel. Nach 100 Begegnungen in der 2. Bundesliga und 94 Einsätzen in der Bundesliga verabschiedet sich der beliebte Referee vom Spielfeld. Sichtlich bewegt nahm er die Blumen entgegen, rang vor und nach der Partie mit den Tränen und genoss sichtbar das Einlaufen, begleitet von seiner jüngsten Tochter.
Eine herzerwärmende Szene: Zunächst zeigte Christopher Trimmel ihm augenzwinkernd als Abschied ein Rot, bevor der Schiedsrichter den verdienten Applaus erhielt. Vor dem Publikum in der Alten Försterei führte er sogar die La-Ola-Welle an. "Ich bin nicht traurig, nur tief berührt", erklärte Ittrich mit feuchten Augen gegenüber Sky.
Und direkt mittendrin im Spielgeschehen: Ein weiter Pass von Carl Klaus überwand die gesamte Abwehr des FC Augsburg. Finn Dahmen, der weit aus seinem Tor herauskam, wurde von einem Mitspieler umgerannt, sodass Andrej Ilic nur noch einschieben musste, während Ittrich den Vorteilspfiff gewährte.
Der zweite Treffer war anspruchsvoller. Den Kopfball verlängerte der Angreifer gekonnt, nahm den Ball geschickt an und schloss schnell ab – zur Überraschung von Dahmen, der auch hierbei keinen guten Eindruck machte.
Interessant: Erneut war es ein langer Ball von Klaus, der sich als erfolgreiches Mittel für Union an diesem Spieltag erwies.
Es ging jedoch auch ohne dass Unions dritter Torwart ins Spiel eingriff. Mit einem Traumtor beseitigte Andras Schäfer letzte Zweifel, bevor Einwechselspieler Woo-yeong Jeong die Gala von Eta perfekt abrundete.
Union Berlin beendet die Saison mit 39 Punkten auf Platz elf. Für Augsburg (Rang neun) hingegen bleibt der Traum vom internationalen Wettbewerb unerfüllt.
1. FC Union Berlin – FC Augsburg 4:0 (2:0)
1. FC Union Berlin: C. Klaus – Trimmel (65. Juranovic), Doekhi, Leite, Rothe – Schäfer, Kemlein – Burke (86. Querfeld), Ansah (65. Jeong), Burcu (71. Skarke) – Ilic (86. Bogdanow)
FC Augsburg: Dahmen – Matsima (61. Banks), Gouweleeuw, Zesiger – Marius Wolf (61. M. Pedersen), Keitel (55. Massengo), Rieder, Fellhauer – Kade, Kömür (55. R. Ribeiro) – Gregoritsch (77. Ogundu)
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)
Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Ilic (10.), 2:0 Ilic (42.), 3:0 Schäfer (54.), 4:0 Jeong (89.)
Gelbe Karten: Burke (4), Trimmel (8), Kemlein (4) / Massengo (5)
Bundesliga-Tabelle
Die Platzierung in der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Ende der Saison wird Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 bedeuten den direkten Abstieg in die 2. Bundesliga. Der Drittletzte (Position 16) darf in der Relegation um den Verbleib in der Liga kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.