Rani Khedira von Union Berlin auf dem Weg zur WM: Welche Rolle sein Bruder dabei spielt
Berlin – Mit seinem Tor und einer insgesamt überzeugenden Vorstellung beim 1:0-Erfolg gegen Bayer Leverkusen hat sich Rani Khedira (32) nicht nur den „Didi-Man“ verdient, sondern auch ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt.
Bei Union Berlins erstem Sieg im Jahr 2026 war auch Michael Hefele (35), Co-Trainer der tunesischen Nationalmannschaft, live im Stadion, um den erfahrenen Mittelfeldspieler aus nächster Nähe zu beobachten.
Was Hefele gesehen hat, dürfte ihm gefallen haben, sodass Khediras Traum von der WM trotz seines fortgeschrittenen Alters im Profi-Fußball noch Wirklichkeit werden könnte.
Der 32-Jährige besitzt neben dem deutschen auch den tunesischen Pass und strebt aktuell einen Wechsel zum tunesischen Verband an. Bis zur U19 durchlief Khedira sämtliche Nachwuchs-Nationalteams des DFB und absolvierte insgesamt 13 Einsätze im Trikot mit dem Adler.
Dem bekannten Emblem würde er auch künftig verbunden bleiben – dann allerdings als „Adler von Karthago“, wie die tunesische Auswahl genannt wird. Steffen Baumgart (54) würde eine späte Nominierung sehr begrüßen, weist jedoch darauf hin, dass bis zur WM in Kanada, Mexiko und den USA noch ein langer Weg vor Khedira liegt.
„Das Ziel ist für ihn klar, und wir würden uns sehr freuen, wenn er es schafft“, betonte der Union-Trainer, der auch einen Grund für Khediras neu entdeckte Torstärke wusste. Gegen die Werkself erzielte der Rechtsfuß bereits sein fünftes Saisontor und stellte damit einen persönlichen Bestwert auf.
„Ich denke, das liegt teilweise daran, dass Rani früher sehr defensiv agierte, meist als Sechser tief im Mittelfeld. Jetzt haben wir mit Joschi jemanden, der noch tiefer spielt“, erläuterte Baumgart die veränderte Rolle Khediras neben Aljoscha Kemlein (21).
Der mit großer Wahrscheinlichkeit künftige tunesische Nationalspieler hatte jedoch auch eine weitere Erklärung parat: Er habe sich Nachhilfe geholt – unter anderem von seinem Bruder.
„Vor der Saison habe ich mir Videos von Topspielern angesehen, die das gut machen, und an meiner Abschlussstärke gearbeitet“, erklärte der gebürtige Stuttgarter. Dabei habe er sich vor allem Spielszenen von Enzo Fernandez (25) von Chelsea, aber auch von seinem Bruder Sami Khedira (38) und Leon Goretzka (31) von Bayern München angesehen.
Die Mühe scheint sich ausgezahlt zu haben, denn mittlerweile hat Rani Khedira in Sachen Bundesliga-Tore mit seinem berühmten Bruder aufgeschlossen. Beide stehen derzeit bei 14 Treffern – und Rani hat noch Luft nach oben.
Tabellenstand 1. Bundesliga
Die Bundesligatabelle hat folgende Bedeutung: Der Klub, der am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) nimmt an der sogenannten Relegation teil, um den Verbleib in der Liga zu sichern. Gegner ist dabei der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.