Union Berlin: War das der glanzvolle Moment zum Klassenerhalt?
Berlin – Für Union Berlin war das eine Parade, die in die Geschichte eingehen dürfte! In der elften Minute der Nachspielzeit nimmt Niklas Beste (27) Maß und zieht mit dem linken Fuß aufs Dreiangel ab. Doch Ersatztorwart Matheo Raab (27) ist zur Stelle, wirft sich voll rein und sichert mit einer verletzten Hand den Sieg – was für ein verrücktes Debüt in der Bundesliga.
Kurz zuvor musste Raab nach einem Luftduell mit Freiburgs Bruno Ogbusi (20) behandelt werden. Die Freiburger verlangten einen Strafstoß, doch Schiedsrichter Sven Jablonski (35) entschied anders – ein Glücksfall für die Eisernen.
Da bei Union keine Wechsel mehr möglich waren, biss Raab auf die Zähne und avancierte vom Pechvogel zum Helden.
„Ich habe in dem Moment nur noch Schmerzen gespürt. Wir konnten nicht mehr wechseln, also wollte ich diese letzten Minuten irgendwie durchhalten“, erklärte der 27-Jährige bei DAZN. „Das bringt nichts, man muss einfach durchbeißen, den Handschuh wieder anziehen und das Spiel zu Ende bringen.“
Für den Torhüter ist die Saison allerdings vorbei: Laut Bild ist seine Hand gebrochen. Dennoch ließ ihn das nicht daran hindern, Union den wichtigen Auswärtssieg zu sichern.
Die Eisernen können nun erst einmal durchatmen: Mit sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und insgesamt 31 Zählern steht Union auf Rang neun und somit in beruhigendem Fahrwasser. Schwer vorstellbar, wie angespannt die Lage in der Hauptstadt wäre, hätte Raab nicht diese herausragende Parade gezeigt.
Nach der 1:4-Niederlage gegen Bremen befand sich Köpenick wieder mitten im Abstiegskampf, doch nun können die Berliner fast schon die Planungen für die kommende Saison starten. Das wird dann die achte Bundesliga-Spielzeit in Folge sein.
In den vergangenen zehn Jahren reichten im Durchschnitt 34 Punkte, um den direkten Klassenerhalt zu sichern. Das bedeutet, Union benötigt in den verbleibenden acht Partien noch einen Sieg oder zwei Unentschieden.
Ein warnendes Beispiel liefert jedoch Werder Bremen: Nach 24 Spieltagen galten die Hanseaten mit 30 Punkten und elf Zähnen Vorsprung auf Rang 16 schon als gerettet. Doch in den letzten zehn Spielen gelang ihnen nur noch ein einziger Punkt, und am Ende stiegen sie als 17. ab. Selbst der kurzfristige Trainer Thomas Schaaf (64) konnte Bremen nicht mehr retten.
1. Bundesliga Tabelle
Die Position in der Bundesliga-Tabelle entscheidet über Folgendes: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 bedeuten den direkten Abstieg in die 2. Bundesliga. Der Drittletzte (Platz 16) hat die Möglichkeit, in der Relegation den Verbleib in der Liga zu sichern. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.