Die Serie A reizt: War das Leites Abschiedsspiel bei Union?
Berlin – Ein äußerst enttäuschender Nachmittag für Diogo Leite (27): Ein Eigentor und eine Verletzung zwangen ihn zum vorzeitigen Abgang vom Platz. Die Eisernen hatten sich für die zweite Halbzeit bei Hoffenheim viel vorgenommen, doch kaum war der Ball wieder im Spiel, fiel das unglückliche Eigentor durch Leite.
Nach 75 Minuten wurde er von Steffen Baumgart (54) ausgewechselt. Mit einem bandagierten Oberschenkel musste der Portugiese das Spiel von der Ersatzbank aus verfolgen, während Union Berlin eine 1:3-Niederlage in Hoffenheim hinnehmen musste.
„Ich kann dazu im Moment nicht viel sagen, außer dass er untersucht wird. Wir hoffen natürlich, dass es nichts Ernstes ist“, erklärte Baumgart im Hinblick auf die Verletzung.
Wie dem auch sei: Es könnte das letzte Mal gewesen sein, dass Leite im Union-Trikot auf dem Rasen stand. Obwohl ein Verbleib zunächst wahrscheinlich schien, rückt ein Wechsel im Winter nun wieder in den Bereich des Möglichen. Lazio Rom zeigt offenbar ernsthaftes Interesse.
Dem Bericht von Sky zufolge befindet sich der Serie A-Klub in direkten Gesprächen mit dem Portugiesen. Eine abschließende Einigung wurde allerdings noch nicht erzielt.
In Italien blickt man hingegen optimistischer auf den Transfer. Transferexperte Gianluca Di Marzio berichtet, dass der Wechsel kurz bevorstehe. Die Ablösesumme soll bei 2,5 Millionen Euro liegen. Für Union wäre es die letzte Chance, vor Ablauf seines Vertrags im Sommer noch eine Ablöse zu generieren.
Dass der 27-Jährige in Sinsheim in der Anfangsformation stand, könnte allerdings darauf hindeuten, dass ein Abschied nicht unmittelbar bevorsteht. Dennoch ist klar: Bis zum Schließen des Transferfensters am Montag kann sich noch viel tun – das weiß man in Köpenick nur zu gut (man denke an Isco oder Robin Gosens).
Bereits im Sommer beschäftigte das mögliche Weggehen von Leite über Wochen hinweg sowohl Union als auch die Medien. Sollte er jetzt wirklich den Verein verlassen, müssten die Eisernen ihre Defensive nochmals verstärken. Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht nur im bröckelnden Abwehrverbund, der mittlerweile sechs Gegentore in zwei Spielen zuließ, sondern vor allem in der fehlenden Effektivität. Union erntet zu wenig für seine Bemühungen.
„Bis zum 1:0 waren wir definitiv die bessere Mannschaft. Dass sie dann sofort das zweite Tor nachlegen, ist natürlich extrem ärgerlich. Trotzdem haben wir eine sehr ordentliche Leistung gezeigt. Letzte Woche gegen Dortmund haben wir das auch gemacht, sind aber mit 0:3 unterlegen. Davon kann man sich allerdings nichts kaufen“, zeigte sich Rani Khedira (31) frustriert.
Auch Baumgart zog ein ähnliches Fazit: „Wir haben ein Spiel gesehen, das dem Hinspiel sehr ähnelte – sowohl vom Verlauf als auch von der Spielweise her. Zwei Partien, die man nicht verlieren muss.“