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Union Berlin und seine Einwechselspieler: „Wie soll das noch enden?“

Berlin – Union Berlin hat eine neue Stärke entwickelt: Neben den zahlreichen Toren nach Standardsituationen bewies Steffen Baumgart (54) in letzter Zeit mehrfach sein glückliches Händchen.

Man könnte den 54-Jährigen als „Joker-Meister“ bezeichnen, denn alle sechs zuletzt erzielten Treffer – angefangen mit Tim Skarkes (29) Tor zum 3:1 gegen RB Leipzig – stammten von eingewechselten Akteuren.

„Die Jungs, die spät ins Spiel kommen, setzen nahtlos ihre Leistungen fort, der Trainer hat gute Laune. Was will man als Coach mehr, wenn man so eine Mannschaft hat?“, freute sich der Union-Trainer nach dem 1:1 bei VfB Stuttgart am DAZN-Mikrofon zurecht über die starke Ersatzbank.

Darüber hinaus konnte sich der Berliner Übungsleiter eine kleine Spitze gegen die Kritiker von Union nicht verkneifen, die seiner Mannschaft wegen der vielen Treffer nach Standards oft mangelnde spielerische Qualität vorwerfen.

„Wir erzielen sogar Tore aus dem Spiel heraus, um Himmels willen, wo soll das noch hinführen?“, kommentierte er ironisch. Tatsächlich war der Ausgleich gegen die Schwaben sehenswert herausgespielt – und das von zwei Jokern: Stanley Nsoki bereitete den Treffer von Woo-yeong Jeong (26) vor. Dass der Ex-Stuttgarter dabei gegen seinen ehemaligen Klub traf, passte ins Bild.

Das war nicht die erste erfolgreiche Zusammenarbeit von Einwechselspielern. Beim Ausgleich gegen Augsburg waren es sogar drei: Alex Kral (27) flankte auf Andrej Ilic (25), dessen missglückter Abschluss von Marin Ljubicic (23) über die Linie gedrückt wurde. Ilic hat übrigens bereits fünf Tore nach seiner Einwechslung vorbereitet.

Doch nicht nur die Joker machten Baumgart zufrieden. „Ich denke, wir haben schon mehrfach gezeigt, dass wir durchaus mithalten können“, betonte der Coach aus Köpenick.

Das Unentschieden sei „aus meiner Sicht leistungsgerecht“, erklärte er, auch wenn er am Ende etwas über die vergebenen Chancen enttäuscht war. „Da gab es wirklich gute Möglichkeiten, um selbst in Führung zu gehen“, fasste er zusammen.

Ähnlich sah das Rani Khedira (31), der von einem verdienten Remis sprach, aber hinzufügte, dass „gefühlt auch mehr möglich gewesen wäre“. Denn neben den eigenen Chancen hätte Jeong kurz vor Schluss sogar einen Doppelpack erzielen und den Sieg sichern können.

So blieben die Berliner immerhin zum fünften Mal in Folge ungeschlagen. Ausruhen ist dennoch nicht angesagt, denn in den kommenden Wochen warten mit Dortmund, Hoffenheim, Frankfurt und Leverkusen keine leichten Gegner.