Späte Aufholaktion: Union Berlin ärgert "Fußballgott" Fischer bei dessen Rückkehr
Berlin – Bei der glanzvollen Rückkehr des früheren Trainers Urs Fischer hat Union Berlin durch eine späte Aufholjagd ein 2:2 (0:1) erkämpft. Der mittlerweile beim FSV Mainz 05 engagierte Coach wartet nach seinem Comeback in der Bundesliga weiterhin auf seinen ersten Sieg.
Bereits am Vormittag wurde der Schweizer bei einem Spaziergang herzlich begrüßt. „Das ist wirklich etwas Besonderes, muss ich sagen“, erzählte er vor dem Spiel im Interview bei Sky.
Als er dann vorgestellt wurde, feierten die Fans den ehemaligen Coach der Eisernen lautstark als „Fußballgott“. Für die nächsten 90 Minuten lag die einstige Zuneigung bei frostigen Temperaturen in der ausverkauften Alten Försterei aber auf Eis.
Union trat von Beginn an engagiert auf und hatte bereits nach sechs Minuten die Möglichkeit zur Führung – oder besser gesagt, die Pflicht, in Führung zu gehen. Doch Neuzugang Livan Burcu, der sein Debüt in der Startelf gab, verfehlte aus kurzer Distanz knapp den langen Pfosten.
Auf der Gegenseite verursachte der ebenfalls ehemalige Eisern-Spieler Benedict Hollerbach immer wieder Gefahr. Trotz der schwierigen Platzverhältnisse entwickelte sich eine eher chancenarme Begegnung, bis die Gäste nach rund 30 Minuten überraschend in Führung gingen.
Jae-sung Lee durchbrach mit einem herausragenden Steilpass die Berliner Abwehr, sodass Nadiem Amiri für Mainz zum 0:1 einschieben konnte – Fischer zeigte sich beim Torjubel zurückhaltend. Kurz vor der Pause erhöhte Union den Druck, verpasste aber den Ausgleich.
Nach Wiederanpfiff wollte der FCU den Druck aufrechterhalten, stieß jedoch immer wieder auf die gut organisierte Defensive der Mainzer unter Fischer.
Der zunehmende Schneefall erschwerte die Aufholjagd zusätzlich. In der 69. Minute war es dann erneut Hollerbach, der nach einer Hereingabe von Nikolas Veratschnig für das 0:2 sorgte und sein erstes Bundesliga-Tor für Mainz erzielte.
Aus Respekt verzichtete der Angreifer auf eine Torjubelgeste, hatte aber wenig später die Chance auf einen Doppelpack – sein Abschluss aus spitzem Winkel prallte jedoch nur an die Latte.
In der 77. Minute schöpfte die Mannschaft aus der Hauptstadt nochmals Hoffnung: Der eingewechselte Woo-yeong Jeong erzielte per Kopf nach einer Flanke von Derrick Köhn den Anschlusstreffer zum 1:2. Den schnellen Ausgleich verpasste die Baumgart-Elf jedoch knapp: Nach einem Fehler von Gästekeeper Daniel Batz chippte Andras Schäfer den Ball an die Latte, den Abpraller setzte Andrej Ilic frei vor dem Tor über den Querbalken.
Schließlich war es wieder eine Standardsituation, die das Comeback der Unioner besiegelte: Nach einem Freistoß von Köhn erzielte Danilho Doekhi mit seinem fünften Saisontor den späten Ausgleich, der den Endstand markierte. Joker Marin Ljubicic drückte den Ball zur Sicherheit noch über die Linie.
Bundesliga, 16. Spieltag
1. FC Union Berlin – FSV Mainz 05 2:2 (0:1)
Aufstellung 1. FC Union Berlin: Rönnow – Doekhi, Querfeld, Leite (78. Ljubicic) – Haberer (70. Trimmel), Khedira, Kemlein (64. Schäfer), Köhn – Burke (70. Jeong), Burcu (65. Ansah) – Ilic
Aufstellung FSV Mainz 05: Batz – da Costa, Bell, Kohr – Widmer, Sano, Veratschnig – Amiri (78. Nebel), J.-s. Lee – Tietz (85. Maloney), Hollerbach (78. Sieb)
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Amiri (30.), 0:2 Hollerbach (69.), 1:2 Jeong (77.), 2:2 Ljubicic (86.)
Gelbe Karten: Leite (2), Doekhi (3) / –
Aktuelle Bundesliga-Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende auf dem ersten Platz steht, wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) nimmt an der Relegation teil, in der er gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga um den Klassenerhalt kämpft.