Union-Trainer Baumgart: Dieser Spieler bremst sich manchmal selbst aus
Berlin – Mit dieser Aussage fühlen sich wohl einige seiner Mitspieler „vor den Bus geworfen“: Steffen Baumgart (54) hat zu einem seiner Akteure bei Union Berlin deutlich Stellung bezogen.
„Wir müssen aufpassen, dass das nicht falsch verstanden wird“, begann der Union-Coach seine Ausführung, ließ sich aber dennoch zu einer Einschätzung hinreißen.
„Ich denke, Olli gehört zu den Spielern, die sich gelegentlich selbst im Weg stehen“, erläuterte der 54-Jährige auf Nachfrage während der Pressekonferenz vor dem Duell gegen Borussia Dortmund.
Die Rede ist von Oliver Burke (28), bei dem es mitunter den Eindruck macht, als könne er seine enorme Schnelligkeit nicht immer optimal nutzen, was dazu führt, dass vielversprechende Torchancen vergeben werden.
„Wenn ich sein Potenzial sehe und was er erreichen könnte, bin ich mir ziemlich sicher, dass er in zehn Jahren zurückblickt und sagt: ‚Vielleicht habe ich doch das eine oder andere verschenkt oder liegen lassen‘“, vermutete Baumgart.
Gleichzeitig hob der Coach die „große Qualität“ seines Stürmers hervor und betonte, wie wichtig es sei, dass Burke zusammen mit dem Trainerteam täglich hart an sich arbeitet.
„Ich bin überzeugt, dass er noch einige Tore für uns erzielen wird, einige Sprintduelle für sich entscheidet – und natürlich auch mal einen Ball verliert, das gehört eben dazu“, stellte der Trainer fest.
Er zeigte sich erfreut, dass Burke Teil der Eisernen ist, und lobte dessen Leistungen. Es sei sein Wunsch, „dass er, egal ob er von Beginn an spielt oder eingewechselt wird, wieder ein entscheidender Faktor für uns sein kann“.
Diese Leistung könnte der Schotte bereits am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen den BVB unter Beweis stellen – gegen einen Gegner, an den er zumindest positive Erinnerungen hat.
In der Saison 2022/23 trat der Angreifer mit seinem damaligen Klub Werder Bremen im Signal Iduna Park an. Bis zur 89. Minute lagen die Grün-Weißen scheinbar aussichtslos mit 0:2 zurück, ehe sie innerhalb von sechs Minuten noch dreimal trafen.
Burke, der erst in der 81. Minute eingewechselt wurde, setzte mit seinem Tor in der Nachspielzeit (90.+5) zum 3:2 den krönenden Abschluss einer legendären Aufholjagd und wurde damit sofort zum Publikumsliebling an der Weser. Ein ähnliches Erlebnis wünschen sich mit Sicherheit auch die Anhänger an der Alten Försterei.