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Union-Keeper verweigert Auswechslung und sichert wichtigen Sieg: „Scheiß auf die Hand“

Berlin – Union Berlin erzielte am Sonntag beim 1:0-Erfolg in Freiburg einen enorm bedeutenden Sieg im Rennen um den Verbleib in der Bundesliga. Dabei rückten zwei Akteure aus der zweiten Reihe zu wahren Helden auf.

Insbesondere Torwart Matheo Raab (27) hinterließ einen nachhaltigen Eindruck und wurde nach Spielende völlig zu Recht von Trainer Steffen Baumgart (54) herzlich umarmt. Der Schlussmann bewahrte die Eisernen mit einer herausragenden Parade kurz vor dem Abpfiff vor einem Punktverlust.

Der 27-Jährige kam überhaupt nur zwischen die Pfosten, weil Frederik Rönnow (33) aufgrund einer Trainingsverletzung nicht rechtzeitig fit wurde. Dass Raab die entscheidende Parade überhaupt zeigen konnte, war allerdings keinesfalls selbstverständlich.

Der Torhüter hatte sich nämlich zuvor bei einem Luftzweikampf mit Bruno Ogbuehi (20) an der Hand verletzt und stand kurz davor, ausgewechselt zu werden. „Scheiß auf die Hand“, erklärte Raab mit dick bandagiertem Handgelenk im DAZN-Interview und fügte hinzu: „Sieht nicht gut aus.“

Sogar Rani Khedira (32) war bereits zur Seitenlinie geeilt, um gemeinsam mit dem Trainerteam zu besprechen, wer in den letzten Minuten den Kasten hüten sollte, da Union bereits fünf Mal gewechselt hatte. „Oder Tom, der ist groß“, schlug der Vize-Kapitän dem wiedergenesenen Tom Rothe (21) vor. Letztlich biss Raab die Zähne zusammen und hielt trotz Schmerzen bis zum Schlusspfiff durch.

Diese Entscheidung sollte sich als spielentscheidend erweisen, denn auch ohne Rothes Torwarttalente zu kennen, ist kaum anzunehmen, dass dieser den Schuss von Jan-Niklas Beste (27) aus dem Winkel abgewehrt hätte.

„Adrenalin pur, ich wollte der Mannschaft unbedingt helfen“, erklärte Matheo, dem die Tränen nahe standen. Baumgart lobte, dass der Keeper eigenständig entschied, im Spiel zu bleiben, was „oft mehr Charakter zeigt, als wir manchmal sehen“.

Der Union-Coach hob außerdem hervor, dass Raab in seiner Karriere immer wieder Rückschläge einstecken musste und sich stets zurückgekämpft hat. Insgesamt bescheinigte der 54-Jährige seiner Mannschaft „einen soliden Auftritt“, an dem ein weiterer Spieler maßgeblichen Anteil hatte.

In der 64. Minute bewies der FCU-Trainer erneut sein glückliches Händchen und brachte Wooyeong Jeong (26). Der Südkoreaner erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber und avancierte gemeinsam mit Raab zum Matchwinner.

„Ich freue mich riesig über mein Tor“, sagte der Südkoreaner, der nach seiner Einwechslung unbedingt noch Einfluss auf die Partie nehmen wollte. „Diese drei Punkte waren enorm wichtig für uns. Wir mussten heute gewinnen. Der Druck war da, aber wir haben gemeinsam alles gegeben“, betonte der 26-Jährige.

Das stimmt zweifellos, denn durch den hart erkämpften Dreier beträgt der Vorsprung des FCU nun wieder sieben Punkte auf den Relegationsplatz. Am kommenden Samstag (15:30 Uhr/Sky) steht für die Berliner das Auswärtsspiel beim Tabellenführer Bayern München auf dem Programm.